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Wolfgang Stumph - Stubbe
ZDF
Letzte Folge von „Stubbe – Von Fall zu Fall“
Stumpi ohne Stubbe, geht das?

Ende Juli haben Wolfgang und Stephanie Stumph die letzte Folge von „Stubbe – Von Fall zu Fall“ gedreht. Wir haben sie gefragt, wie viel Wehmut mit dabei war

Redaktion
on 26. Mai 2017

Es war für alle ein emotionaler Moment: Ende Juli wurde die letzte Szene „Stubbe“ gedreht, und zwar dort, wo 1994 alles begann: in Dresden. Für Wolfgang Stumph, 67, eine Herzenssache. Schließlich waren er und seine Tochter Stephanie, 29, als Wilfried und Christiane Stubbe 20 Jahre lang die Hauptfiguren. Entsprechend bewegt beantwortet er im Interview die Frage, wie sich das Ende nun anfühlt …

Wolfgang, wie ging es dir an deinem letzten Drehtag?

Wolfgang: Es war komisch. Ich hab ja schon vor drei Jahren angekündigt, dass Stubbe mit Folge 50 in Rente geht. Realisiert habe ich das für mich aber noch nicht. Ich drücke es weg. Klar bekomme ich mit, wenn eine Maskenbildnerin einer anderen zum Schluss die Perücken vom Stubbe-Dreh schenkt. Und mein Chauffeur ist zehn Jahre dabei, hat durch die Serie gut zu tun gehabt. An seinen Weitergang denke ich natürlich auch. Nur, was soll ich machen? Meine soziale Verantwortung spüre ich wie eine Last. Dafür fällt aber die andere weg, nämlich die, dass ich außer Stubbe nie groß was machen konnte.

Fühlst du dich auch Stephanie gegenüber „schuldig“?

Wolfgang: Als ich das Foto sah, wie sie ihre letzte Klappe in Hamburg hatte, da kamen mir schon die Tränen, wie jetzt auch wieder. Ich muss mir nur vor Augen halten, dass die Kleene 29 Jahre alt ist und ihre ganze Kindheit mit Stubbe verbracht hat. Stephanie hat sich 20 Jahre lang mit mir, mit Stubbe, dem Dreh und allem herumgeschlagen. Und ich habe das Ende herbeigeführt! Klar, wir haben es beide gewollt, aber bei Facebook hat sie kürzlich traurig geschrieben: „Das Spiel ist aus.“ Das alles berührt mich schon sehr. Vor allem als Vater.

Und wie geht es dir, Stephanie?

Stephanie: Einen Tag vor meinem letzten Drehtag war ich schon traurig. Am Set ging es aber. Den letzten Drehtag zusammen mit meinem Vater habe ich dann als solchen gar nicht realisiert, da wir mit einem Kind drehten, das die ganze Zeit weinte. Fest steht: Die Kollegen werde ich alle vermissen, denn ich habe sie sehr lieb gewonnen. Vor allem Christiane und Helge.

Wie war der Abschied von Wanja Mues, der sechs Jahre deinen TV-Freund Helge spielte?

Stephanie: Beim letzten Dreh war mir schon zum Weinen zumute, das gebe ich zu. Wir waren ein gutes Team. Aber er ist jetzt bald für’s ZDF der neue Matula und das passt auch gut für ihn, denke ich.

Wie endet für euch Folge 50?

Stephanie: Das darf ich nicht verraten. Aber es passiert am Ende auf alle Fälle noch etwas, das auch meinen Vater betrifft und im wahrsten Sinne des Wortes „trifft“.

Heiraten Christiane und Helge?

Stephanie: Wer weiß ... Ich persönlich habe immer daran geglaubt, dass sie es noch tun werden.

Im prämierten Film „Der Turm“ durftest du schwanger heiraten. Wie sieht’s privat aus - irgendetwas geplant?

Stephanie: Nein, alles ist beim Alten. Ich bin glücklich mit Alex. Wie es weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

Pendeln du und dein Vater weiter zwischen Dresden und Hamburg?

Wolfgang: Ja, mit Sicherheit. Stephanie ist oft in Dresden. Durch ihre Wohnung hier, durch uns, ihren Bruder und dessen Familie. Da ihr Freund Alex aber in Hamburg wohnt, pendelt sie weiter. Und auch ich und Christine werden oft da oben sein – zur „Familienpflege“. Schon allein durch die Elbe gibt es ja eine Achse von Dresden aus. Und ich habe Hamburg auch längst lieben gelernt.

Wie geht es jetzt mit Stubbe bis zu seinem Ende 2014 weiter?

Wolfgang: Am 21. Dezember läuft die 48. Folge „Tödliche Weihnachten“ im ZDF. Im Januar 2014 folgen dann die 49. Folge „Absturz“ mit Ben Becker, und Folge 50, „Mordfall Maria“. In der besucht Wilfried Stubbe Freundin Marlene auf ihrer neuen Arbeitsstelle in Dresden. Aber ob die beiden in Dresden bleiben, oder ob er sie wieder nach Hamburg holt - das verrate ich nicht.

Dann verrate mir, wie lange Stubbe den Fans erhalten bleibt!

Wolfgang: Es kommen noch elf Wiederholungen auf den Bildschirm. Außerdem erscheint jetzt die zweite DVD-Box mit zehn Folgen. Bis Februar 2014 wird es fünf Boxen mit jeweils zehn DVDs geben.

Und wer kann vorab die Stubbe-Lücke im ZDF füllen?

Wolfgang: Da wird der Sender was finden, da mache ich mir keine Sorgen.

Wäre ein neuer „Tatort“ oder „Polizeiruf“ Dresden was für euch?

Stephanie: Ich für mich fände es spannend, aber mein Vater hört ja als TV-Kommissar auf, der in Rente geht. Eine neue Ermittlerrolle zu übernehmen, wäre Quatsch, da könnten wir unseren Stubbe auch weiterdrehen.

Wolfgang: Ich halte auch nichts davon. Die Fernsehlandschaft ist voll, es gibt kaum noch eine Großstadt ohne ein Krimiformat. In dem einen wird rumgealbert, in dem anderen rumgeballert, da herrscht pure Übersättigung. Ich möchte Themen, die mir wichtig sind, wie Rechtsradikalismus, auch nicht ausstauschbar ins Fernsehen bringen. Dann mache ich lieber einen einzelnen Film.

Du hast zwei eigene in Arbeit …

Wolfgang: Ja, seit einigen Wochen arbeite ich am ersten und plane für 2014 einen zweiten. Vielleicht spiele ich wie in „Keinohrhasen“ auch einfach noch irgendwo mit. Bis dahin synchronisiere ich zwei Filme.

Und wie geht’s bei dir weiter, Stephanie?

Stephanie: Ich drehe für eine Dora-Heldt-Verfilmung des ZDF an der Schlei. Am 10. und 11.Oktober bin ich dann in dem ZDF-Film „Das Mädchen mit den indischen Smaragden“ zu sehen.

Wolfgang: Stephanie hat die englischsprachige Hauptrolle bekommen, in einem ZDF-Zweiteiler! Einen besseren Absprung gibt es für sie nicht.

Was wird sich zu Hause ändern?

Wolfgang: Vielleicht wird’s bei mir und meiner Frau Christine wie bei Loriot, wenn ich mehr zu Hause bin (lacht). Meine Familie, meine Freizeit und meine Lebenszeit sind mir jetzt wichtiger denn je, denn das habe ich alles vernachlässigt in den letzten 23 Jahren. Ich hatte etwa 100 Produktionen, das ist nicht wenig. Mehr als acht Tage Urlaub am Stück waren auch nie drin. Das will ich jetzt ändern. Und ich werde meinen Erfolg reflektieren, um aus ihm zu lernen. Zur Ruhe setze ich ich mich noch lange nicht!

Redaktion
on 26. Mai 2017

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