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Ute Freudenberg, 57, und Christian Lais, 50
A. Jungnickel/SUPERillu
Ute Freudenberg & Christian Lais
„Auf der Bühne sind wir ein Traumpaar!“

Ute Freudenberg, 57, und Christian Lais, 50, haben zum zweiten Mal ein Duett-Album aufgenommen. SUPERillu hat das Dreamteam in Utes Heimat Weimar getroffen

Susi Groth
on 24. Mai 2017

2011 habt ihr erst eine gemeinsame Single veröffentlicht, dann folgte ein Album und nun erscheint in Kürze euer zweites Duett-Album „Spuren von uns“. Aus eurem musikalischen One-Night-Stand ist mittlerweile eine Dauerliebe geworden ... Wieso kommt ihr nicht von einander los?

Ute: Wenn wir gemeinsam auf der Bühne stehen, sind wir einfach selig. Wir haben dabei so viel Spaß und harmonieren so toll ... Ich hab dabei regelmäßig Gänsehaut und Tränen in den Augen.

Christian: Mir geht’s genauso. Und ich bin einfach froh und auch stolz, dass ich mit Ute singen darf. Weil ich sehr viel von ihr lerne. Ich bin ja im Grunde noch ein Frischling, bin erst seit 2008 so richtig im Geschäft. Ute ist es schon seit 41 Jahren.

Ute: Was noch dazu kommt: Neben der Liebe zur Musik verbindet uns eine ganz große Freundschaft. Ich mag an Christian, dass er mich so nimmt, wie ich bin. Auch wenn ich manchmal mit dem Kopf durch Wand will und dominant auftrete. Er weiß damit umzugehen.

War euch schon bei eurem ersten gemeinsamen Song klar, dass eure Zusammenarbeit keine einmalige Geschichte sein wird?

Ute: Nein, absolut nicht. Wir hatten ja zu der Zeit noch keine Ahnung, wie uns das Publikum annehmen wird. Dass die Leute dann so abgehen – damit konnte ja keiner rechnen.

Wird es euch jetzt nur noch im Doppelpack geben?

Ute: Nein, das nicht. Wir werden auch weiter unsere Solo-Karrieren fortführen. Aber wir haben auch nicht vor uns zu trennen. Unser neues Album wird sicher nicht unser letztes Duett-Album gewesen sein.

Christian: Wir brennen weiter. Gemeinsam. Das haben wir unseren Fans versprochen. Und wir versuchen auch weiterhin, immer noch einen drauf zu setzen.

Ute, ist es auf Dauer nicht langweilig, immer denselben Mann an der Seite zu haben? Du hättest dir für das neue Duett-Album ja auch einen neuen Partner wählen können ...

Ute: Auf gar keinen Fall. Das wäre für mich nicht in Frage gekommen. Ich brauche einen guten Live-Sänger an der Seite. Und den habe ich mit Christian gefunden. Wir sind auf der Bühne ebenbürtig. Und unsere Stimmen harmonieren einfach wunderbar miteinander. Warum sollte ich mir da einen neuen Mann suchen? Und dass ich im 40. Jahr meiner Karriere die größten Erfolge bislang feiern konnte – mit der Echo-Nominierung und dem Gold-Status für unser Album -, das hab ich auch Christian zu verdanken. Da suche ich mir doch keinen anderen!

Wie unterscheidet sich euer zweites Album vom ersten?

Christian: Ich würde sagen, das neue Album ist noch poppiger, moderner als das erste geworden.

Ute: Aber wie auch auf dem ersten Album „Ungeteilt“, sind auch hier tolle Ohrwürmer drauf, die mitten ins Herz gehen.

Waren wieder die gleichen Produzenten im Boot?

Ute: Ja. Warum sollte man ein erfolgreiches Team, bei dem auch noch die Chemie stimmt, wechseln?

Aber eines hat sich verändert: Ihr tragt auf dem neuen Album keine Vornamen mehr ...

Christian: Ja, das ist kurz und bündig und klingt irgendwie moderner.

Herrscht eigentlich immer so eine Harmonie zwischen euch? Oder zickt ihr euch auch mal an?

Christian: Seit wir uns kennen, haben wir uns noch nie gestritten. Und obwohl Ute schon lange vor mir erfolgreich war, bewegen wir uns auf Augenhöhe. Einen Ego-Kampf gibt es bei uns nicht. Bei uns zählt einzig und allein das Ziel: wir wollen gute Musik abliefern und das Publikum mit unseren Liedern berühren.

Ute: Und das geht nur, wenn man an einem Strang zieht ... Was aber nicht bedeutet, das wir uns nicht mal kritisieren. Aber wir können beide mit Kritik gut umgehen und diese auch verarbeiten. Wir haben beide einen sehr hohen Anspruch und deshalb reiben wir uns auch gemeinsam für ein gutes Endergebnis auf.

Ihr arbeitet seit zwei Jahren intensiv miteinander, seht euch ständig. Geht man sich da nicht mal auf die Nerven?

Ute: Nein. Das ist noch nie vorgekommen ... Wir sind beide sehr emotional  - wir lachen zusammen, wir sind zusammen traurig und wenn’s sein muss, heulen wir auch mal gemeinsam. Das schweißt einen einfach zusammen.

Ihr werdet gern als Traumpaar bezeichnet...

Ute: Das sind wir ja auch.

Christian: Ein Traumpaar auf der Bühne.

Privat seid ihr aber kein Paar ... Oder hab ich da was verpasst?

Ute: Nein, ein Paar sind wir nicht. Aber wir sind mittlerweile eng befreundet. Rufen uns ständig an, schicken uns Nachrichten und bequatschen wahnsinnig viel miteinander – berufliche, aber auch private Dinge.

Christian: Wir haben einfach ein hundertprozentiges Vertrauen zu einander ... Dass wir uns so gut verstehen, erleichtert die Arbeit miteinander ungemein.

Die Liebesfunken werden bei euch also nie sprühen ...

Christian: Nur die Liebesfunken zur Musik ...

Ute: Zwischen uns wird es nie funken. Auch wenn wir damit viele Fans enttäuschen ... Weder bin ich Christians Typ, noch ist er meiner ... Aber unsere Freundschaft hat viel größere Vorteile als eine Liebe hätte: Wir laufen nie Gefahr, dass wir uns mit Eifersüchteleien nerven oder dass unsere Liebe irgendwann zerbricht und damit dann auch unsere berufliche Zusammenarbeit.

Hast du denn wieder jemanden in deinem Leben, Ute?

Ute: Nein, ich lebe nach wie vor solo. Aber das ist okay. Ich bin zufrieden, so wie es jetzt ist.

Ihr seid nonstop unterwegs ... Leidet da nicht ganz schön das Privatleben?

Christian: Ich bin wirklich sehr selten daheim. Aber das ist okay. Weil ich meine Arbeit liebe. Trotzdem freue ich mich immer, wenn ich heimkomme. Irgendwann hat man das Hotelleben ja auch mal satt.

Ute: Wir sind ja im Grunde seit Februar 2011 nonstop unterwegs. Da freue ich mich auch immer, wenn ich mal im eigenen Bett in Weimar aufwachen kann.

Wir sind heute in Weimar, Utes Heimat. Wie gefällt’s dir hier, Christian?

Christian: Ich bin von der Schönheit der Stadt total überwältigt. Das ist wie ein großes lebendiges Museum. Und vor allem hat’s mir die Thüringer Bratwurst angetan. Gut, dass es die bei mir da unten in Baden-Württemberg nicht gibt. Sonst würde ich echte Probleme bekommen ... (lacht) Ich hab mir gerade einen kleinen Gingko-Baum gekauft, der wird mich von nun an immer an Weimar erinnern. Ich hoffe nur, er geht mir nicht ein. Ich nenne ihn übrigens Ute.

Ute: Und ich frag dann immer am Telefon: Hast du Ute schon gegossen? (lacht)

Welche deiner Lieblingsecken in Weimar hast du Christian heute gezeigt?

Ute: Ich hab ihm die Franz-Liszt-Musikhochschule gezeigt. Da habe ich fünf wichtige Jahre meines Lebens verbracht. Außerdem sind wir wie Goethe und Christiane Vulpius durch den Goethe-Park spaziert. Ich hab ihm die tollen Jugendstilhäuser, das Schloss und den Theaterplatz gezeigt ... Ich muss gestehen, es ist auch für mich lange her, dass ich mal so einen langen Stadtspaziergang gemacht habe. Mir fehlt dafür einfach die Zeit.

Warst du auch schon mal in Christians Heimat Kandern?

Ute: Natürlich, schon öfter. Auch bei dem Griechen, der gegenüber von seinem Haus ist ...  In der Nähe von Christian ist ja unser Studio.

Christian, du lebst ganz schön weit ab vom Schuss ... Wäre es nicht viel praktischer, in einer Stadt wie Berlin, Köln oder Hamburg zu leben?

Christian: Ich war nie ein Großstadtmensch und könnte mir nicht vorstellen, in Berlin zu leben. Ich freu mich immer wenn ich in meine kleine Stadt zurückkomme. Ich genieße da so die Ruhe, dass man schnell im Grünen ist und dass jeder jeden kennt. Mit der Anonymität der Großstadt käme ich nicht zurecht. Der einzige Nachteil an meiner Heimat ist, dass ich tatsächlich immense Fahrtstrecken bewältigen muss. Aber zum Glück fahre ich gern Auto.

Ute: Da wohne ich verkehrsgünstiger: denn ich lebe absolut im Zentrum von Deutschland. Ich hab es nicht weit zur A4, zur A9 und zur A71.

Hast du nach der Trennung von deinem Mann vor drei Jahren nicht mal darüber nachgedacht wegzuziehen?

Ute: Niemals. Der Gedanke ist mir nicht ein einziges Mal gekommen. Ich habe kurz nach der Trennung so viel an meinem Haus verschönert – neue Farben, neue Möbel, neuer Garten ... Mein Haus ist meine Burg. Da fühle ich wohl und sicher.

Bist du mittlerweile bereit, in deiner Burg auch einen neuen Burgherren willkommen zu heißen?

Ute: Na klar ... Wenn eines Tages ein Mann vor mir steht, der mich so nimmt, wie ich bin – mit allen meinen Macken. Und der nicht in erster Linie die Künstlerin sieht, in deren Glanz er sich mitsonnen möchte, sondern vor allem die Frau in mir sieht - dann sehr gern! Ich weiß, dass das irgendwann passieren wird. Und darauf freue ich mich.

Susi Groth
on 24. Mai 2017

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