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Tanja Wenzel
dpa
Star–Interview: Tanja Wenzel
„Ja, ich bin gerne Ossi!“

Nach dem Playboy-Shoot: SUPERillu traf die Berlinerin aus Pankow zum offenen Interview - über Kati Witt, Männer, Schönheits-OPs und ihre große Liebe

Redaktion
on 22. Mai 2017

In „Anna und die Liebe“ spielst du das durchtriebene Biest Annett Darcy. Wie sehr ähneln sich Annett und Tanja?

Ich bin wie Annett auch ein Mensch, der sehr zielgerichtet und ehrgeizig ist. Und wie sie verliere ich ungern. Aber ich würde den Punkt viel früher erkennen, wenn eine Sache, ein Kampf aussichtslos ist. Dann bin ich so vernünftig und gebe auf. Annett kann das nicht. Die kämpft verbissen weiter.

Und bist du auch mal richtig dreckig zickig und fies wie Annett?

Ich bin im echten Leben sicher nicht so ein Biest wie Annett. Aber auch ich kann ungemütlich und laut werden, wenn ich mich über bestimmte Sachen aufrege. Ich glaube auch, dass in jeder Frau eine kleine Zicke steckt. Und ich finde es okay, wenn man die in gewissen Momenten mal raus lässt, um sich durchzusetzen.

Wie beschreiben dich deine Freunde, deine Familie?

Ein beliebtes Wort, was oft fällt, ist: chaotisch. Das bin ich auch, aber ich habe in meinem Chaos eine ganz spezielle Ordnung. Wenn meine Mutter mal bei mir aufräumt, finde ich dagegen nichts wieder. Dabei liebe ich Ordnung. Aber ich hasse Aufräumen, Wäsche waschen, Bügeln ... Das ist das große Dilemma.

Was zeichnet dich noch aus, außer deinem Chaos?

Ich bin sehr lebhaft. Ich rede sehr gern und sehr viel. (lacht) Und ich hab’ ein großes Allgemeinwissen. Ich sauge unnützes Wissen auf und wäre die perfekte Kandidatin für Günther Jauch ... Und ich bin spontan. Wenn mir einer eine verbale Vorlage liefert, kann ich gut parieren. Deshalb hat mir die Zeit in der „Schillerstraße“ auch sehr viel Spaß gemacht.

Gibt’s auch Dinge, die dein Umfeld an dir nervt?

Hhhmmm ... Vielleicht, dass ich mich so wenig melde. Ich muss wirklich daran arbeiten, Freundschaften besser zu pflegen ... Aber wenn mich einer von meinen Freunden braucht, bin ich immer da. Da lass’ ich alles Stehen und Liegen.

In der Serie bist du immer wahnsinnig adrett und elegant gekleidet. Privat ist dein Kleidungsstil ein ganz anderer ...

Ja, da bin ich eher ein Jeans- und Turnschuhtyp. Das war ich schon immer. Ist aber jetzt, wo ich einen Hund habe, auch viel praktischer ... Aber ich liebe es auch, mich mal richtig rauszuputzen. Schönes Kleid, hohe Schuhe ... Wie jede Frau liebe ich Schuhe. Ich hab’ etwa 100 Paar. Ich kann mich auch so schlecht von Schuhen trennen.

Wo findet man dich, wenn du nicht drehst?

Im Park mit meinem Hund Foo. Im Bett, weil ich einfach gern und viel schlafe. Oder im Zug oder meinem Golf, weil ich so gern reise. Am Wochenende findet man mich ganz oft im Stadion. Ich bin ja großer 1.-FC-Köln-Fan. In den letzten Monaten bin ich oft durch Deutschland gereist, um bei Spielen der Jungs dabei zu sein. Ich war aber auch bei Hertha-Spielen in Berlin. Auch bei dem letzten gegen Bayern. Ich liebe einfach die Stadion-Atmosphäre ... Ich geh’ auch gern zu Konzerten. Zuletzt war ich bei Rammstein. Nicht weil ich auf deren Musik stehe, aber die machen so eine gewaltige Show ...

Fußball, Rammstein, Turnschuhe – ein typisches Mädchen bist du eher nicht, oder?

Das stimmt. Ich hab’ mir schon oft in meinen Beziehungen anhören müssen, dass ich die Männerrolle übernommen habe ... (lacht) Ich bin eher der Kumpeltyp.

Hast du nur Kumpel oder auch Freundinnen?

Ich hab’ tatsächlich mehr männliche Freunde. Und die paar Freundinnen, die ich habe, sind so wie ich, eher rustikal ... Manchmal wünscht’ ich mir aber, ich hätte ein paar richtige Girlie Girls, mit denen ich mal einen typischen Mädchenabend verbringen könnte ... Ich bin ja als so ein Fußball-Freak verschrien, dass jeder immer denkt, er muss im Trikot und mit Sechser-Träger zu mir kommen.

Wer keine Serien schaut, kennt dich aus Filmen wie „Der Wixxer“ und „Vollidiot“ ...

Lustige Titel, ich weiß. Als ich damals mit meiner Oma telefoniert habe und sie mich fragte hat, an was ich gerade arbeite, hab’ ich immer sehr genuschelt. (lacht)

Sieht man dich in nächster Zeit mal wieder auf der Leinwand?

Es gibt Gespräche, ich geh’ zu Castings. Da wird auch wieder was kommen. Denn sich selbst auf der Leinwand zu sehen ist schon was anderes als auf einem 80-Zoll-Bildschirm ... Aber natürlich ist es schwer, wenn man fest in eine Serie eingebaut ist. Obwohl einen die Produktion bei „Anna und die Liebe“ schon sehr entgegenkommt.

Hast du Vorbilder?

Oh, ’ne ganze Menge. Ich liebe und bewundere zum Beispiel Bastian Pastewka, Oliver Kalkofe und Anke Engelke. Als ich mit ihnen gearbeitet habe, waren sie genau so, wie ich sie mir erträumt habe. Nett, bescheiden, kritikfähig und sehr bemüht. Menschlich ganz groß! Und ich bewundere natürlich meine Mutter – die seit über 40 Jahren im Drei-Schicht-System im Krankenhaus schuftet. Davor hab’ ich einen Riesenrespekt. Da schäme ich mich manchmal, wenn ich zu ihr sage, dass ich so im Stress bin und keine Zeit habe.

Wie ist dein Verhältnis zu deiner Mutter?

Wir haben ein sehr gutes und inniges Verhältnis. Noch mehr seit dem Tod meines Vaters. Sie lebt im Norden von Berlin. Und trotzdem sehen wir uns weniger als zu der Zeit als ich in Köln lebte. Da gehörte ein Wochenende im Monat meiner Mutter. Entweder kam sie oder ich bin zu ihr geflogen ... Das wieder zu intensivieren, daran muss ich auch arbeiten ...

Schaut deine Mutter „Anna und die Liebe“?

Aber Hallo! Zwischen 18.30 Uhr und 19 Uhr darf man nicht bei ihr anrufen. Neulich hat sie mich richtig angepflaumt, weil ich fünf vor Sieben angerufen habe. Ich soll gefälligst in fünf Minuten noch mal anrufen und dann hat sie tatsächlich aufgelegt ... Das ist schon ganz niedlich!

Du bist in Ost-Berlin aufgewachsen. Warst elf als die Mauer fiel ... Siehst du dich noch als Ossi?

Ja, ich bin gerne Ossi! Ich hab’ neulich mit einem befreundeten Werber so einen Test gemacht, der einen in eine Konsumgruppe einordnet. Und dabei kam raus, dass ich mich bei den „konservativen Nostalgikern“ einordne. Den Menschen, die ein altes Bakelit-Telefon mit Wählscheibe einem iPhone vorziehen ... (lacht) Aber es stimmt. Ich fand ja auch vieles in der DDR nicht schlecht. Ich war ja noch ein Kind. Aber dieses soziale Miteinander und auch mal über seinen Schatten zu springen und Dinge miteinander zu teilen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten – das fand ich für meine charakterliche Entwicklung sehr gut. Über diese Grundwerte, die ich bis elf mitbekommen habe, bin ich wirklich froh. Und darin grenze ich mich auch oft von anderen ab. Wir sind ja die letzte Generation, die das noch mitbekommen hat. Langsam dünnt sich das ja aus. Leider.

Was sind deine prägnantesten Erinnerungen an die DDR?

Der Geruch von Intershop und Westpaket. Durch den OTTO-Katalog zu blättern, den Oma unter’m Bett hatte. Die Pioniertreffen, auf denen wir Marschlieder schmetterten. Und Kati Witt. Die hab’ ich damals total bewundert – und tue es noch. Ich hab’ sie später mal getroffen und sie war so natürlich und so herzlich.

Erinnerst du dich noch an deinen ersten Tag im Westen?

Na klar. Überall in West-Berlin roch es nach Kaffee. Das war ein Wahnsinnsgeruchserlebnis. Und von den 100 West-Mark Begrüßungsgeld habe’ ich mir eine David Hasselhoff-Kassette und einen Walkman gekauft.

Tanja Wenzel in „Der Wixxer“
Rat Pack Filmproduktion GmbH

„Der WiXXer“: 2004 spielt Tanja in der Edgar-Wallace-Parodie Jennifer Pennymarket. Hier ringt sie mit dem „WiXXer“

Du wolltest nach der Schule Jura studieren. Was hat dich davon abgehalten?

Ich dachte, Jura das sei nur Auswendiglernen. Aber irgendwann kam ich dahinter, dass es das nicht ist. Sondern ganz schön trocken und knifflig. Deshalb hab’ ich dann auf Publizistik umgeschwenkt. Aber da kam mir dann die Schauspielerei dazwischen.

Und jetzt studierst du Psychologie ...

Ich dachte irgendwann, so ein Einser-Abi nicht zum Studium zu nutzen wäre irgendwie Verschwendung. Nach acht Jahren vor der Kamera hatte ich richtig Lust, wieder mal was für meinen Kopf zu tun. Das war unter anderem auch der Grund, warum ich von Köln zurück nach Berlin gezogen bin. Vier Semester hab’ ich schon hinter mir. Da das ein Vollzeitstudium ist, ist es ganz schön taff, dass mit meinem Job unter einen Hut zu bringen. Deshalb bin ich gerade im Urlaubssemester.  

Und warum ausgerechnet Psychologie?

Ich hab’ im Internet so einen Fragebogen gemacht „Welches Studienfach passt zu Ihnen?“. Und da kam ganz klar Psychologie raus ... So einfach war’s. Außerdem finde ich, dass Psychologie und Schauspiel wahnsinnig viel miteinander zu tun haben. Wie will man einen Rollencharakter begreifen – dessen Gefühle, seine Historie und Motive – ohne ihn psychologisch zu analysieren? Deshalb hat mir das Studium auch in der Schauspielerei schon viel geholfen. Und auch wenn’s schwer wird, will ich das Studium auf jeden Fall beenden.

Letztes Jahr hast du dich für den Playboy ausgezogen. Wie kam’s dazu?

Ich wurde bestimmt schon vier oder fünf Mal vom Playboy angefragt. Hab’ aber immer abgelehnt. Die erste Anfrage kam, da war ich 20. Da dachte ich noch: „Um Himmels Willen!“ Ich war zu der Zeit noch so schüchtern und total erschrocken über das Angebot. Dann kam ein weiteres Angebot, als ich einen Freund hatte, dem das aber nicht passte. Bei der nächsten Anfrage hatte ich dann keine Zeit dafür. Und dann kam eine, als ich gerade keinen Film in der Pipeline hatte. Ich wollte aber nicht den Anschein erwecken: So, ich zeig jetzt meine Brust, damit ihr mich nicht vergesst. Letztes Jahr kam dann wieder ein Anruf vom Playboy. Und nun passte es gut. Ich fühlte mich bereit dafür, hatte das richtige Alter und die richtige Einstellung. Außerdem bin ich kurz vor Veröffentlichung der Bilder bei „Anna und die Liebe“ eingestiegen. Da konnte ich wenigstens Cross-Promo machen. Und, was sehr wichtig ist: ich war Single und kein Mann konnte mir da reinquatschen. (lacht)

Hat’s Spaß gemacht, sich vor der Linse nackig zu machen?

Ich hatte tierisch Schiss davor. Von wegen FKK-Ossi! In der Nacht vor dem Shooting konnte ich kaum schlafen, wollte schon abspringen. Ich hab’ dann heulend meine Mutter angerufen und die hat mir noch mal in den Hintern getreten und gesagt: „Jetzt mach keinen Quatsch. Du siehst doch jut aus, kannst dich zeigen. Wenn ich noch so aussehen würde, würde ick den janzen Tag nackig rumlaufen.“ Das war echt süß. (lacht) Aber dann starb in dieser Nacht auch noch Michael Jackson ... Ein Horror! Doch am Ende war es total lustig und alle waren supernett. Der Fotograf Andreas H. Bitesnich gehört ja auch zu den weltbesten Aktfotografen. Den bewundere ich schon lange. Und dass der mich fotografiert hat, hab’ ich als Riesenehre empfunden. Das war mir auch wichtiger, als mich an irgendeinem Karibikstrand zu räkeln ... Ich hab’ dann nur das ganze Team zum Lachen gebracht, weil ich gefragt habe, ob die Bilder denn danach noch retuschiert werden, da ich am Bein ein paar Mückenstiche hatte ... Ich hatte von Photoshop noch nicht so viel gehört.

Und, musste viel retuschiert werden?

Nein, fast nichts. Ich war ja auch total fit. Hatte fünf Wochen jeden Tag trainiert. Ich wollte, dass jede Beule verschwindet ... Und ich war dann echt beleidigt, wenn in irgendwelchen Internetforen behauptet wurde, dass sei doch alles retuschiert. Da hätte ich am liebsten geschrieben: Von wegen! Ich seh’ wirklich so aus! Und meine Brüste sind nicht operiert! ... Ich hab’ aber auch ganz viel nette und höfliche Post bekommen. Und da war kein einziger schmuddliger Brief dabei. Das hat mich echt beeindruckt.

Wenn man dich so anschaut, fragt man sich, wie kann jemand wie du eigentlich noch Single sein?

Weil ich sehr wählerisch bin. Ehe ich Kompromisse eingehe, bleib’ ich lieber Single. Meine letzte langjährige Beziehung scheiterte vor zwei Jahren. Wir hatten eine ganz tolle Fernbeziehung zwischen Berlin und Köln. Waren total verliebt. Und dann sind wir irgendwann in Berlin zusammengezogen und es knallte vom ersten Tag an ... Wir haben dann ein Jahr gebraucht, um die Trennung zu verarbeiten. Heute ist er einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben ... Leider messe ich andere Männer immer an ihm. Und einige hab’ ich vertrieben, weil ich sehr viel von ihm erzählt habe.

Klingt ein bisschen nach Liebes-Comeback?

So was kann man ja nie ausschließen. Aber uns ist beiden klar, dass wir damals die Möglichkeit hatten – es aber nicht hingekriegt haben. Vielleicht waren wir auch zu jung ... Ich glaube nicht wirklich an zweite Chancen. Es ist schwer alle Sachen, die man sich früher angetan und an den Kopf geworfen hat, zu vergessen. Dafür muss man schon sehr erwachsen sein. Aber wer weiß ...

Ganz ohne Mann ist du im Moment ja gar nicht ... Es gibt ja Foo!

Genau. Das ist gerade der Mann in meinem Leben. Er ist aber auch mein Kind, mein Kumpel, mein Begleiter. Mein Ein und Alles. Ein wundervolles und liebevolles Wesen. Foo bringt mich dazu, Verantwortung zu übernehmen und mein Leben nicht nur um mich selbst kreiseln zu lassen. Durch ihn bin ich viel geordneter und geerdeter geworden. Und ich hoffe, dass diese Beziehung, wenn nicht mein, dann wenigstens sein ganzes Leben Bestand haben wird.

Sollte neben Foo doch mal wieder Platz für einen Mann sein – wie müsste er sein?

Im Gegensatz zu meinem Hund sollte in einer Beziehung der Mann eine Art Führer für mich sein sein. Er soll mir eine Schulter zum Anlehnen bieten, Charme haben und intelligent sein. Und Humor muss er haben. Wenn ich mit einem Mann nicht lachen kann, kann er gleich wieder gehen ... Ich bin eine starke Persönlichkeit, die ihre Freiheit braucht. Ich brauche also einen ebenso starken Gegenpart, der mir meine Freiräume lässt. Mit dem ich mir aber gemeinsam etwas aufbauen kann. Ein Mann, der weiß, wo’s hingeht und in sich ruht.

Und wie sollte er aussehen?

Da ist von Danny de Vito bis Jack Nicholson alles dabei ... Ich kann nicht sagen, ich steh auf groß, blond und blauäugig. Es gibt irgendetwas bei einem Mann, das kann ich nicht mal benennen, und da knallen bei mir alle Sicherungen durch. Da spielt auch das Alter keine Rolle. Ich muss ihn nur riechen können.

Gefällt dir eigentlich, was du im Spiegel siehst?

Manchmal ja und manchmal überhaupt gar nicht. In solchen Momenten wäre ich dann gern brünett, kurzhaarig, ein bisschen üppiger ... Aber man ist ja nie zufrieden, mit dem was man hat. Das weiß man vielleicht erst mit 50, 60 zu schätzen ... Aber im Grunde bin ich schon sehr zufrieden mit mir. Und bin froh, dass ich nicht so viel Sport machen muss, wie ich eigentlich müsste, um so auszusehen. Ich bin nämlich ziemlich faul. Aber die guten Gene retten mich. Mein Vater war ein sehr schöner Mann und von ihm hab’ ich auch die einen oder anderen netten Attribute – die hohen Wangenknochen, die Lippen.

Dir wird oft unterstellt, du hättest bereits unter’m Messer gelegen ...

Ja, ich weiß. Wie oft musste ich mir schon anhören, dass meine Nase operiert sei. Ist sie aber nicht! Da muss man sich nur mal meine Oma und meine Mutter anschauen. Ich hab’ asiatische Vorfahren. Deshalb seh’ ich vielleicht etwas exotisch aus. Den einen gefällt’s, den anderen nicht ... Und das ist okay. Mir gefällt ja auch nicht jeder. Orlando Bloom könntest du mir zum Beispiel auf den Bauch binden. Ich find’ an dem gar nichts.

War es schwer, deinen 30. Geburtstag zu feiern?

Nee. Ich hab’ mich plötzlich total erwachsen gefühlt. Hab’ gedacht: Mann, du warst doch gerade erst 17. Und nun biste 30. Das ging ja echt schnell ... Mittlerweile denke ich, es wär’ schön, wenn die Zeit jetzt etwas langsamer verginge ... Aber meine Geburtstagsparty war riesig. Ich hab’ sie „Das Beste aus 30 Jahren“ genannt. Und hab’ Leute aus allen Dekaden, die mir was bedeutet haben – aus Kindergarten, Schule, der Kölner Zeit – eingeladen. Da saß dann der Hartz-IV-Empfänger neben dem Chefredakteur und alle tranken meine großartige Erdbeerbowle. Es war herrlich!

Wo siehst du dich in zehn Jahren? Träumst du davon, irgendwann mit einem Ehemann und drei Kindern auf dem Schoss in einem Häuschen im Grünen zu sitzen?

Ganz genau. Da bin ich total spießig. Irgendwann mal zur Ruhe zu kommen und zu wissen, das ist meine Familie, hier gehör’ ich hin, hier werd’ ich gebraucht, das hat schon was ... Ich könnte mir auch vorstellen, dann gar nicht mehr groß zu arbeiten, sondern der Familie den Vortritt zu lassen. Da fühle ich mich als Frau auch nicht weniger emanzipiert oder beschnitten. Denn wir Frauen haben nun mal Aufgaben, die nur wir Frauen erfüllen können ... All das an meine Kinder weiterzugeben, was mir meine Mutter gegeben hat, darauf freu’ ich mich sehr.

Redaktion
on 22. Mai 2017

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