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Simone Thomalla auf dem 10. Semperopernball
A. Jungnickel/SUPERillu
Star-Interview: Simone Thomalla
Alles neu bei der TV-Kommissarin

2014 ist jetzt schon ein aufregendes Jahr für Schauspielerin Simone Thomalla. Wie es weitergehen wird und worauf sie sich freut, erzählt die Leipzigerin hier

Redaktion
on 26. Mai 2017

Gerade verkündete der MDR, ab 2016 werde es ein neues Tatort-Team in Sachsen geben. Das Aus für Thomalla (48) und ihren Kollegen Martin Wuttke (51) die seit 2008 als Duo Saalfeld & Keppler in Leipzig ermitteln. Der MDR argumentiert, es würden seit längerem neue Krimis für jedes Bundesland im Sendegebiet konzipiert, die herben Facebook-Kritiken am Leipziger Tatort hätten mit der Entscheidung nichts zu tun.

Von Enttäuschung ist bei der gebürtigen Messestädterin Simone Thomalla im Interview mit SUPERillu nichts zu spüren. 

Frau Thomalla, wie haben Sie vom Tatort Leipzig-Aus erfahren?

Ich hatte zusammen mit Martin Wuttke ein entspanntes Essen in Berlin mit unserem Redakteur und der Fernsehfilmchefin des MDR. Dort wurde das für uns überraschende Aus verkündet.

Wie enttäuscht sind Sie, auch was Ihre Zusammenarbeit mit Martin Wuttke angeht?

Martin und ich sind über die Jahre nicht nur zu tollen Kollegen, sondern auch zu Freunden geworden. Ich bin aber nicht wirklich enttäuscht, denn wer glaubt, etwas sei für immer, der lebt an der Realität vorbei. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bei den Umstrukturierungen beim Tatort auch damit gerechnet, dass es irgendwann zu Ende sein kann.  

Können Sie die Argumente des MDR nachvollziehen?

Sie zu bewerten oder gar nachzuvollziehen ist nicht meine Aufgabe. Die Entscheidung war sicherlich wohl überlegt und die Verantwortlichen werden damit nicht leichtfertig umgegangen sein.

Glauben Sie, dass die Kritiken der Zuschauer eine Rolle gespielt haben könnten?

Ein klares Nein, denn wie man uns versicherte, ist diese Entscheidung bereits im letzten Jahr gefallen!

Wie geht es ohne den Tatort für Sie weiter?

Dieses Jahr ist bis auf ganz wenige Wochen ausgebucht. Ich drehe insgesamt drei Filme meiner Reihe „Frühling" für das ZDF, dann noch die zwei verbleibenden Tatorte, auf die ich mich freue und Ende des Jahres noch einen Fernsehfilm.

Seit 2011 haben Sie für die Reihe „Frühling“ die Folgen „Für immer Frühling“, „Frühling für Anfänger“, „Frühlingskinder“ und „Frühlingsgeflüster“ gedreht. Letzterer wird im ZDF-Herzkino am 2. Februar ausgestrahlt. Mögen Sie den Frühling?

Privat bin ich eher ein Kind von Herbst und Winter, liebe diese Tage, wo man sich einmummelt und durch Wind und Regen stapft und es sich danach Zuhause eingewickelt in eine Decke und „bewaffnet“ mit einem heißen Tee auf dem Sofa gemütlich macht.

Die Reihe wurde zwei Monate lang am Spitzingsee in Südbayern gedreht. Ging es auch mal privat in die Berge, z.B. mit ihrem TV-Partner Marco Girnth?

Man glaubt es kaum, aber bei einem Dreh hat man leider nie die Zeit, sich ein wenig umzusehen. Morgens wird man sehr früh abgeholt und zum Set gebracht, geht in die Maske, schaut noch mal über den Text und schon geht es los. Nach Drehschluss ist man müde und muss sich am Abend auf den neuen Drehtag vorbereiten. Da bleibt keine Zeit, was ich besonders bei unseren wunderschönen Drehorten von „Frühling“ bedauere.

Wäre ein Leben auf so einem Dorf wie Frühling für Sie vorstellbar bzw. reizvoll?

Ich bin ein Stadtkind durch und durch, liebe es, mich schnell entscheiden zu können, kulturelle Angebote wahrzunehmen, mich mit Freunden treffen zu können oder spontan shoppen zu gehen. Ich genieße die Zeit am Spitzingsee, die Weite, die grüne Wiesen, die Berge, aber freue mich auch jedes Mal, wenn ich wieder in Berlin bin.

Wohnung in der Stadt oder Haus auf dem Land, was gefällt Ihnen besser?

Eindeutig die Wohnung in der Stadt und dann Ausflüge auf´s Land!

Kim Fisher, die in Berlin lebt und in Leipzig moderiert, bezeichnete Leipzig jüngst als die kleine Schwester der Hauptstadt. Wie stehen Sie als gebürtige Leipzigerin und Wahl-Berlinerin zu beiden Städten?

Ich bin mit Leipzig durch meine private Geschichte und den Tatort verbunden, aber Berlin ist und bleibt mein Lebensmittelpunkt, meine allererste Wahl. Berlin ist international, multikulti, bunt, schräg, aufregend und wild.

Wussten Sie vorab, was eine Dorfhelferin ist?

Nein. Als die Produzentin und Autorin der Reihe mir den Stoff vorgestellt hat, habe ich mich schlau gemacht und war sofort begeistert, welch breiten Zuständigkeitsbereich eine Dorfhelferin hat und dieses Berufsbild in ganz Deutschland zu finden ist.

Wie ähnlich ist Ihnen Katja Baumann, die Sie spielen?

Katja Baumann ist eine Rolle und hat nichts mit meiner Person zu tun. Ihre Persönlichkeit ist gewachsen durch die schmerzhafte Trennung von ihrem Mann und der Entscheidung, ihr Leben komplett zu ändern und an einem anderen Ort noch einmal ganz von vorne zu beginnen. Als Schauspielerin sollte man auch darauf achten, seine eigene Persönlichkeit komplett in den Hintergrund zu stellen und ganz in die jeweilige Figur zu schlüpfen.

Katja hat eine 18-jährige Tochter, die der Liebeskummer plagt. Hat Sophia Sie früher auch in Ihre Liebesgeschichten eingeweiht, tut sie es heute noch?

Ich glaube jede Mutter kennt das: Kinder weihen die Eltern nur bedingt ein! Und so ist es auch gut, denn zum Erwachsenwerden gehört auch die Abnabelung. Da ist dann die Clique, die beste Freundin, der beste Freund und ab und an vielleicht auch mal ein Elternteil. Kiki und Katja sind sich in unserer Reihe sehr nah, bedingt sicher auch dadurch, dass Kikis Freundinnen alle in München leben. So vertraut sie sich ihrer Mutter an.

Wie oft sehen Sie sie und ihren Freund Till Lindemann?

Sophia und ich finden immer unsere private Zeit miteinander.

Kiki fällt im Film durch die Führerscheinprüfung. Haben Sie Ihre eigene gleich auf Anhieb geschafft?

Ja, hab ich! Aber wenn ich heute so sehe, was alles bei der theoretischen Prüfung abgefragt wird, bin ich mir nicht so sicher, ob ich es im ersten Anlauf schaffen würde.

Ihr TV-Partner Marco Girnth dichtet Katja einen „50er-Jahre-Heimatfilm-Enthusiasmus“ an. Kennen Sie den von sich auch?

Nein, das hab ich nicht!

In „Frühlingsgeflüster“ geht es u.a. um das Thema Treue. Wann beginnt für Sie privat das Fremdgehen?

In „Frühlingsgeflüster“ geht es eher um das Thema Lügen und Scheinheiligkeit. Darum, dass man eigentlich tief drinnen etwas weiß, sich dem aber nicht stellt! Ich glaube, auch dieses Gefühl kennen viele Menschen.

Ein weiteres Thema in „Frühlingsgeflüster“ ist das Liebes-Outing von zwei Männern. Das war durch den Ex-Fußballer Hitzlsperger ja gerade überall in den Medien präsent. Wie stehen Sie dazu?

Ja, unser Film hat durch das Outing eine große Aktualität. Die sexuelle Ausrichtung eines Menschen hat mich noch nie interessiert. Für mich zählt allein, ob ich ihn mag oder nicht. In der Filmbranche ist Homosexualität lange angekommen und nicht mehr Grundlage von Tuscheleien. Und gäbe es rhythmische Sportgymnastik oder Synchronschwimmen für Männer, dürfte „Mann“ sich sicherlich zu seinem Schwulsein bekennen. Ich wünsche mir, dass dies auch in den „Macho-Sportarten“ ohne Repressalien möglich ist, glaube aber leider, dass dies nicht so schnell passieren wird.

Ihr Freund ist Profi-Handballer. Ist das Thema „Homosexualität“ im Bundesliga-Handball ein Thema und unterhalten Sie sich privat darüber?

Nein.

Sollte das öffentlich-rechtliche Fernsehen Ihrer Meinung nach noch mutiger mit dem Thema Homosexualität umgehen?

Ja.

Im Film fällt auch der Spruch „Lass die Leute reden, sie reden so oder so.“ Wie stehen Sie zum Thema Klatsch und Tratsch?

Ich bin inzwischen tiefenentspannt! Lese ich etwas über Kollegen, weiß ich es einzuordnen, lese ich etwas über mich, lache ich mehr und mehr über soviel gedruckten Schwachsinn.

Lesen Sie die Medienberichte über sich?

Nicht bewusst, ich suche nicht das Netz danach durch, aber es bleibt natürlich nicht aus, dass man immer mal wieder in einem der Blätter durch Freunde oder Bekannte etwas Brandaktuelles über sich erfährt. Ich kann nur sagen: Leute, glaubt nichts alles, was ihr lest!

Sie drehen seit 2008 auch den Tatort Leipzig. Was ist schwieriger zu drehen: ein Krimi wie den Tatort oder ein Melodram wie fürs ZDF-Herzkino?

Da jede Rolle einzigartig ist, kann man auch keine miteinander vergleichen.

Wie halten Sie sich privat fit und entspannen sich?

Ich mache regelmäßig Sport und Yoga.

Im April 2015 werden Sie 50. Beschäftigt Sie das beruflich oder privat?

Nein.

Was wünschen Sie sich noch für dieses Jahr?

Ich wünsche mir, dass alle meine Lieblingsmenschen gesund und glücklich bleiben und zwischendrin die Zeit für einen Urlaub ist.

Redaktion
on 26. Mai 2017

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