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Klaus-Peter Thiele
J. Weyrich/SUPERillu
Schauspieler Klaus-Peter Thiele verstorben
Trauer um den ewigen „Werner Holt“

Klaus-Peter Thiele ist tot. Der populäre DDR-Schauspieler erlag am 10. Oktober einer Krebserkrankung

Bärbel Beuchler
on 23. Mai 2017

Er starb nur zwei Monate vor seinem 71. Geburtstag. Zu seinen bekanntesten Filmen gehörte die DEFA-Produktion „Die Abenteuer des Werner Holt“, eine Verfilmung des Romans von Dieter Noll.

Keine Rolle verknüpft sich so nachhaltig mit seinem Namen wie die der Titelfigur in dem Antikriegsdrama „Die Abenteuer des Werner Holt“, das DEFA-Regisseur Joachim Kunert 1964 nach dem gleichnamigen Roman von Dieter Noll drehte.

Der Film brachte dem damals gerade erst 24-jährigen Klaus-Peter Thiele nicht nur in der DDR, sondern auch international Anerkennung. Die Filmkritikerin Marlis Linke schrieb zehn Jahre später in einem Porträt über ihn: „Schon damals war eine Besonderheit dieses Schauspielers zu erkennen: die gezügelte Dynamik seines Spiels, das zwar höchst dramatisch ist von Wesen und Wirkung her, aber aus einer in sich ruhenden Konzentration erwächst. Da ist keine Bewegung zuviel, kein Wort zu laut. Dennoch teilen sich dem Zuschauer Erregung und Spannung mit.“

Am 10. Oktober erlag dieser großartige Schauspieler einer Krebserkrankung, wie SUPERillu von seinem Cousin und engem Freund Günther Krug erfuhr. Am 14. Dezember wäre Klaus-Peter Thiele 71 Jahre geworden. Er hinterlässt seine Lebensgefährtin, die Malerin Rosemarie Rautenberg, und ihre gemeinsame Tochter Valeska.

Thiele als Werner Holt in der Bunkerszene
J. Weyrich/SUPERillu (Repro)

Berühmt: Thiele als Werner Holt in der Bunkerszene

Klaus-Peter Thiele wuchs in Meiningen auf und hatte von frühester Jugend an eine enge Beziehung zum Theater. Sein Vater Heino Thiele zählte zu den angesehensten Schauspielern Thüringens. „In unserer großen Familie wurden immer schon Kunst und Literatur gepflegt“, erinnert sich Günther Krug, der später Journalist wurde. „Die Meininger Theaterleute gingen in unserem Haus, in dem wir alle zusammen lebten, ein und aus.“ Mutter Elisabeth Thiele - eine wunderschöne Frau, wie ihr Neffe sagt – hatte Spaß daran, zu dichten und heitere literarische Nachmittage zu gestalten. Da wurden auch die Kinder einbezogen.

Im Mai 1964 starb Heino Thiele. Da stand sein Sohn schon als Werner Holt vor der Kamera. „Ich erinnere mich, wie stolz sein Vater auf ihn war“, sagt Günther Krug.

Es hat Klaus-Peter Thiele nie gestört, dass er sein Leben lang mit der Rolle des Wehrmachtssoldaten Werner Holt identifiziert wurde. „Im Gegenteil. Es ehrt mich. Dieser Film hat nichts von seiner Aktualität verloren. Politische Verführbarkeit ist auch heute noch ein großes Thema“ sagte er in einem SUPERillu–Interview 2006. Kurz zuvor war ihm der Henry-Dunant-Preis für Menschlichkeit und Frieden verliehen worden.

Der blutjunge Schauspieler war mit dem Film um die halbe Welt gereist. Abgehoben hat er nie.  Erfolg zu haben vermittelt Souveränität, sagte er. Aber für ihn persönlich zählten mehr die Begegnungen mit Menschen, anderen Ländern, fremde Kulturen. Schon vor der Wende hat er viel im Ausland gedreht. Sibirien, Norwegen und vor allem gern in Polen. Dort habe er „das Gefühl gehabt, freier atmen zu können. Man hatte keine Schere im Kopf wie in der DDR.“ Manchmal hatte er daran gedacht, in dem Westen zu gehen. Seine Bodenständigkeit, die Liebe zu seiner thüringischen Heimat und seiner Familie hielten ihn davon ab. Auch, dass er viel reisen durfte, ließ ihn die DDR nicht so eng sehen.

Bärbel Beuchler
on 23. Mai 2017

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