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Petra Zieger
Nikola/SUPERillu
Petra Zieger
Wilde Ehe seit 28 Jahren

Wie die Katze(n) bei Nacht: Auch mit 48 ist Petra auf der Bühne immer noch explosiv. Und zu Hause? Da verwöhnt sie ihren Peter. Doch manchmal „brennt die Hütte“ ...  

Redaktion
on 24. Mai 2017

Vor 25 Jahren erschien bei AMIGA deine erste Platte, „Schmusen auf dem Flur“. Zu deinem Geburtstag am 25. März steht dein erstes Album unter eigenem Label in den Läden. Was ist das für ein Gefühl?

Ein tolles! Dass man ein Vierteljahrhundert Musik ununterbrochen machen und auch davon leben kann in der schwierigen Zeit, ist auch für mich unbegreiflich. Zumal es nicht geplant war. Ich habe ja mal Damenschneiderin gelernt und wollte Modedesignerin werden.

Was hielt dich davon ab?

Die Leidenschaft für die Musik und das Musikerleben. Ich genieße es, mit der Band unterwegs zu sein.  Nächstes Jahr feiern wir „25 Jahre Zieger Band“. Und im Juli sind wir beim Classic Open Air auf dem Berliner Gendarmenmarkt dabei.

Du bist 48 Jahre geworden. Auf der Bühne merkt man das nicht.

Da fühle ich mich auch wie 17, denn ich lebe meine Musik. Auf meinem neuen Album hört mein Publikum aber auch neue Töne. Ich war selbst erstaunt, dass ich das singe.

An welches Lied denkst du da?

„Ich vermiss dich“. Ein sehr lyrischer Song, nur mit Gitarrenbegleitung. Peter hat ihn für mich auf der Gitarre komponiert, die ich ihm Weihnachten geschenkt habe.

Ein Ausblick auf die musikalische Zukunft der Rocklady?

Schon. Ich kann ja schlecht als Oma auf der Bühne stehen und versuchen, Tina Turner zu erreichen. Das wäre ein bisschen gewagt.

Wen willst du mit dem Titelsong verführen?

Meinen Peter. Sich immer neu zu erobern, darum dreht sich doch die Liebe. Sonst wäre es langweilig.

Wie hat er dich erobert?

Ich habe in einer Erfurter Big Band gesungen, in die Peter als Schlagzeuger kam. Wir waren damals beide noch liiert, irgendwann dann nicht mehr. Wir trafen uns nach Auftritten, zogen um die Häuser. Die Liebe kam leise, beständig. Seit 1979 leben wir zusammen.

Musikern sagt man gern nach, dass sie der Verführung leicht nachgeben. Seid ihr euch treu?

Ich glaube an Treue, und Peter denkt genauso. Wir sind gern zusammen und haben das Glück, dass uns die Arbeit nicht trennt.

Was hat Peter, was andere nicht haben?

Keine Ahnung, wie gesagt, habe ich nicht ausprobiert. Peter ist ein wunderbarer Mann, ehrlich, großherzig. Einer, der mich verwöhnt, mir Blümchen schenkt, der mir Komplimente macht. Es fällt mir leicht, ihn zu lieben. Auch wenn er mir sehr offen sagt, was ihm nicht passt. Wenn auch mal die Emotionen hochkochen und die Hütte brennt - um so schöner ist die Versöhnung. „Ich bereue keinen Tag“ - dieses Lied im neuen Album ist meine Liebeserklärung für Peter.

Wie haltet ihr es aus, Jahr für Jahr 24 Stunden am Tag zusammen zu sein?

So ist es ja nicht ganz. Wir lassen uns Freiraum. Er macht seinen Sport, ich meinen - Gymnastik, Aerobic, Joggen. Peter trifft sich auch mal mit Freunden, was recht selten ist, weil er so viel arbeitet. Viel wichtiger aber ist, dass wir gemeinsame Hobbys haben wie das Reisen. Ich liebe es, mit Peter in anderen Ländern unterwegs zu sein, neue Blickwinkel zu bekommen.

Peter ist die gute Fee der Band - neben seinem Job als Komponist und Schlagzeuger. Belohnst du ihn?

Klar. Ich verwöhne ihn. Koche für ihn was Leckeres, überrasche ihn oft mit selbst gebackenem Kuchen, wenn er zu Hause im Büro sitzt. Das mache ich, um ihn abzulenken, dass er durchatmen kann, wieder einen freien Kopf kriegt. Peter verdanke ich eigentlich das, was ich als Sängerin erreicht habe.

Inwiefern?

Als ihn die Gothaer Rockband „Phonoclecs“ 1980 als neuen Schlagzeuger anheuern wollte, bestand er darauf, dass ich als Sängerin dabei bin. Mit der Band konnte ich mich musikalisch ausprobieren. 1981 habe ich dann beim Interpretenwettbewerb „Goldener Rathausmann“ den 2. Preis und den Förderpreis der FDJ gewonnen. Das war für mich ein tolles Sprungbrett. Kurt Demmler meldete sich. Das war ja der DDR-Rock-Poet. Er schrieb dann für mich „Schmusen auf dem Flur“. Von da an ging es richtig los. Anfang 1982 sind Peter und ich nach Berlin gezogen und haben mit anderen Musikern eine neue Band gegründet -  „Petra Zieger & Smokings“. Am 7. Oktober hatten wir unseren ersten TV-Auftritt bei „rund“ mit „Schmusen auf dem Flur“. Meine erste Single bei AMIGA, die ein absoluter Hit wurde. Mein  musikalischer Weg ist also seit 1980 mit Peter verbunden. Er war es auch, der nach der Wende gesagt hat: Wir machen weiter Musik, wir können nichts anderes. Und das neue Album „Nimm mich“ ist unser erstes eigenes musikalisches Baby.

Fehlen dir eigentlich Kinder?

Nein, ich habe ein Leben mit Kindern nie kennengelernt, bin mit Peter auch so glücklich. Seit meiner Operation 2006 hat sich die Frage ohnehin erledigt. Aber ich habe einen 13-jährigen Patenjungen und bin Tante eines süßen Babys.

Wie sieht es mit einer Hochzeit aus?

Darüber denken wir nicht nach. Unsere wilde Ehe läuft sehr glücklich. Wir haben uns - auch ohne  Trauschein. Und Ringe hat mir Peter schon viele geschenkt. Auch Schuhe - was ein Mann eigentlich nicht soll, weil ihm die Frau sonst wegläuft. Ich bin immer noch da.

Redaktion
on 24. Mai 2017

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