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Nadja Uhl
dpa
Nadja Uhl im Interview
Zweites Kind: „Meine Tochter hat den Namen für's Baby ausgesucht“

Obwohl sie ganz kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes steht, nahm sich Nadja Uhl Zeit, um mit SUPERillu über ihren nächsten Film, den Psycho-Krimi „Der Tote im Spreewald“, zu sprechen

Redaktion
on 23. Mai 2017

Fröhlich und gelassen absolvierte die hochschwangere Schauspielerin das Marathon-Interview – und erzählte strahlend vom kommenden Nachwuchs, von Spreewälder Gurken und ihrer Villa in Potsdam.

Dobry dzen! Kak so wam wjedze? (Guten Tag, wie geht es Ihnen?)

Das ist gemein ... Aber das hab’ ich gerade noch verstanden.

Sprechen Sie seit den Dreharbeiten von „Der Tote im Spreewald“ nicht fließend Sorbisch?

Nein. Ich habe für den Film ja nur dieses eine Gedicht auswendig gelernt. (Sie sagt es auf) Ich kann nur noch ein bisschen Schul-Russisch. Das ist ja ein bisschen ähnlich.

Sie spielen in „Der Tote im Spreewald“ eine Schwangere. Die Dreharbeiten liegen mittlerweile zehn, elf Monate zurück – jetzt sind Sie tatsächlich schwanger. Haben Ihnen die Dreharbeiten Lust gemacht?

Ja, das entbehrt nicht einer gewissen Komik. (lacht) Aber es ist tatsächlich nur ein Zufall gewesen. Es war auch kein Betriebsunfall, sondern ist eben einfach passiert.

Wann ist es soweit?

Es kann jeden Augenblick soweit sein. Aber Termin ist erst Anfang Oktober. Wenn sie sich nicht entscheidet, früher zu kommen. Es wird ja wieder ein Mädchen.

Und haben Sie schon einen Namen ausgesucht?

Ja, aber den verrate ich nicht. Als Mecklenburgerin bin ich da zu abergläubisch ... Aber ja, wir haben uns schon auf einen Namen geeinigt. Den Namen hat meine nicht mal dreijährige Tochter Paulina ausgesucht. Sie hat immer wieder diesen Namen geplappert, da dachten Kay und ich nur: dann soll es eben so sein.

Seit Sie schwanger sind, essen Sie sicher nur noch Spreewälder Gurken ...

Natürlich. Seit dem ersten Tag der Schwangerschaft, von morgens bis abends. Am liebsten mit Marmelade. (lacht)

Sie leben in Potsdam, der Spreewald ist nicht weit? Aber Sie waren bis zu den Dreharbeiten noch nie dort ...

Ja, das stimmt ... Fragen sie mich nicht warum. Ich kenne eigentlich alles – Thüringer Wald, Harz, Ostsee. Ich war überall. Ich hab aber kurz nach den Dreharbeiten mit der Familie einen Kurz-Urlaub im Spreewald gemacht. Und ich bin total begeistert. Das ist eine unglaublich schöne, harmonische, wohltuende Landschaft. Nicht nur im Sommer. Als wir da gedreht haben war Winter und da wirkte alles wahnsinnig magisch und verwunschen.

Im Film spielen Sie eine schwangere Frau, die betrogen wird und deren Vater ihren Mann tötet ...

Ja, das ist griechische Tragödie.

Gibt es überhaupt eine schlimmere Rolle als diese?

Die Bücher von Thomas Kirchner sind ja bekannt für ihre eigene Theatralik und dass sie sich nah am klassischen Theater, am Psychodrama bewegen. Konventionelle Fernsehunterhaltung ist das sicher nicht. Hier werden keine Bilder von der Fahrt zum Supermarkt gezeigt. Hier geht’s darum, warum jeder Mensch des anderen Stillstand oder sogar Tod bedeutet. Und welche Umstände dazu beigetragen haben ... Bei der Rolle, die ich spiele, Tanja, hängt ja alles schief: Das Verhältnis zu ihrem Vater ist gestört, sie lebt in einem maroden Haus – und dann wird sie auch noch schwanger von ihrem Freund sitzen gelassen. Schlimmer geht’s fast gar nicht.

Können Sie Fremdgehen verzeihen?

Oh Gott, ich hoffe, dass mir das erspart bleibt ... Was soll man dazu sagen ...? Ich lebe seit vielen Jahren in einer gesunden Beziehung. Ich kann und will mir das gar nicht vorstellen ... Wenn ich mich in meine Rolle Tanja hineinversetze, seh’ ich aber ein inneres Sterben. Alles um sie herum scheitert, stirbt. Wahrscheinlich ist es besser bei lebendigem Leib gehäutet zu werden. So fühlt sich das für mich an ... Deshalb versteinert Tanja ja auch so. Um nichts zu spüren, verfällt sie in eine Art Winterschlaf.

Im Film ziehen Sie mit Ihrem Freund in ein charmantes, aber marodes Haus am Kanal ... Klingt, als wäre das Ihre Drehbuch-Idee gewesen. Sie haben sich ja vor drei Jahren die alte Villa Gutmann in Potsdam gekauft ... Was reizt sie an solchen Häusern?

Wenn man das Haus kennt, das uns in den nächsten Jahren, Jahrzehnten beschäftigen wird, wird klar, dass man es nicht mit dem Haus im Film vergleichen kann. Das wär’ ein bisschen unglaubwürdig ... Aber was ich verstehe ist, dass ein Mensch in so einem verfallenen Ort Zukunft und Leben sehen kann und dass man darin seine Träume steckt und verwirklicht.

Wie laufen die Arbeiten?

Wir wohnen drin und stecken auch unser ganzes Herzblut rein ... Aber die Arbeiten gehen in Etappen vorwärts. Schneller ist so etwas gar nicht möglich. Es ist ja ein ideelles Privatprojekt, kein Großinvestorenprojekt. Das Haus wollte keiner haben. Es wäre verloren gewesen, wenn es nicht Privatleute wie uns gegeben hätte, die es erhalten wollen, weil es einfach ein besonderer Ort ist.  Deshalb bedarf es auch besonderer Leute, die da Hand anlegen und eine gewisse Sensibilität für so ein Haus entwickeln, das ja unter besonderem Denkmalschutz steht.

Bei großen Galas oder Premieren sieht man sie selten. Heißt das, statt über den roten Teppich zu laufen, streichen Sie lieber Fensterrahmen?

Man kann so ein Haus nicht kaufen, wenn man nicht gern rumwerkelt und bereit ist, viel Zeit, Geduld und Kraft da hinein zu stecken. Trotzdem wird das meiste aber von Fachkräften gemacht.

Redaktion
on 23. Mai 2017

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