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Birgit von Derschau
M. Handelmann/SUPERillu
Axel Bulthaupt beerbt Birgit von Derschau
Frischzellenkur für „Kripo live“

Über 20 Jahre war Birgit von Derschau das Gesicht der MDR-Reihe „Kripo live“. Sender-Entscheidung: Jetzt soll die Moderatorin nur noch hinter der Kamera agieren

Bärbel Beuchler
on 22. Mai 2017

Seit fast zwei Jahren ist der MDR unter Leitung von Intendantin Karola Wille dabei, sein Programm um zustrukturieren, sich neu aufzustellen und sich in vielen Bereichen zu verjüngen. Von dieser Strategie betroffen war unter anderem Petra Kusch-Lück mit ihrer Geburtstagssendung „Alles Gute“. Sie musste 2012 mit 63 ihren Platz für Inka Bause (44) räumen. Deren Sendung „Drei Wünsche frei“ hat sich inzwischen in die Pause verabschiedet, Fortsetzung ungewiss. Hans-Joachim Wolfram, Erfinder der Kuriositäten-Show „Außenseiter-Spitzenreiter“, verlor die Sendung nach 40 Jahren an Madeleine Wehle (45).

Die Nächste. Jetzt trifft es auch Birgit von Derschau, seit 1992 das Gesicht des Erfolgsformates „Kripo live“. Als die „Frischzellenkur“ 2011 beim MDR beschlossen wurde, schien es, als bliebe sie verschont. „Wir bestehen seit 20 Jahren mit einem Marktanteil um die 20 Prozent gegen starke Konkurrenz. Die Zuschauer tragen uns, weil sie spüren, wie wir uns engagieren, uns auch bewegen“, sagte sie SUPERillu im November 2012. Doch am 29. September steht sie nach 1 125 Sendungen zum letzten Mal als Moderatorin im „Kripo live“-Studio vor der Kamera. Vier Tage vor ihrem 60. Geburtstag … Und das fühlt sich für Birgit von Derschau nicht gut an. Auch wenn sie tapfer sagt: „Ich habe „Kripo live“ von Anfang an nicht allein mit meinem Gesicht, sondern auch als Journalistin und Fernsehmacherin hinter der Kamera geprägt. Es wird ein spannender Neuanfang, und ich bin mittendrin. Das ist toll!“

Der Neue. Von Derschaus Nachfolger ist der 47-jährige Moderator Axel Bulthaupt. Sympathisch. Beliebt. Klug. Und schon seit Jahren im MDR eine feste Größe. Mit ihm wird sich die Fahndungssendung ab 6. Oktober neu präsentieren. Er holt den „Tatort“ direkt ins Studio, das von Dresden nach Leipzig um­zieht und nunmehr aus einem Ermittlungs- und La­­borbereich besteht. Ex­­­perten erklären Details der Polizeiarbeit, analysieren die Kriminalfälle. Der Zuschauer erfährt z. B., was genau eine DNA-Spur ist, wie eine Gesichtsrekonstruktion erstellt wird, wozu eine Isotopenanalyse dient.

Axel Bulthaupt
U. Toelle/SUPERillu

Axel Bulthaupt

Rückblick. Für Birgit von Derschau kann das nicht ganz neu klingen. Denn ihre erste Abendreportage als junge Fernsehjournalistin beim DDR-Bildungsfernsehen drehte sie 1985 über die Arbeit der Kriminaltechniker. „Die spannenden Einblicke in das Dezernat KT, die Akten und Fälle haben mich nicht mehr losgelassen“, erinnert sie sich. Dann folgte eine Reportage über eine Mordkommission. „Es wurden authentische Fälle mit wirklichen Kriminalisten gezeigt. Das hatte es in der DDR vorher nie gegeben, denn Kapitalverbrechen waren offiziell tabu.“

Für die Aufklärungsarbeit der Kripo war das Engagement der damals 32-Jährigen ein großes Glück. 1989 entwickelte sie die Konzeption für eine Sendereihe mit dem Titel „Kripo live“. Sie startete 1990 im DFF, 1992 übernahm der MDR das Format.
Birgit von Derschau: „Ich habe immer Kraft daraus ge­­schöpft, dass wir bei jedem 3. Fall auf eine heiße Spur kamen und er aufgeklärt wurde. Ich bin sehr gespannt, wie wir uns die neuen Möglichkeiten erobern werden und wie das ankommt.“

Bärbel Beuchler
on 22. Mai 2017

Das passt dazu...