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Kim Fisher
P. Schirnhofer/SUPERillu
Kim Fisher
„Ich bin schwiegermuttertauglich“

Acht Jahre lang moderierte Kim Fisher beim MDR-„Riverboat“. 2005 stieg die Berlinerin aus der Talkshow aus - und schrieb ein Buch über Beziehungsprobleme

Redaktion
on 22. Mai 2017

Sie war die Quoten-Queen des „Riverboat“: Moderatorin Kim Fisher. Ihre erste Sendung brachte 1998 dem MDR eine Traumquote von 30,6 Prozent Marktanteil - dem bisher höchsten. Acht Jahre blieb Kim Fisher bei der beliebten Talk-Runde, bis Kollege Jörg Kachelmann ging und von Carsten J.W. Weidling ersetzt wurde. Nach Unstimmigkeiten mit Weidling stieg Fisher im Sommer 2005 aus  - und schrieb ein Buch über Beziehungsprobleme. SUPERillu-Redakteurin Cäcilia Fischer traf die Moderatorin, Schauspielerin und Autorin zum Gespräch in Berlin.

Frau Fisher, warum haben Sie ein Buch über Ihre Beziehungserfahrungen geschrieben?

Die Idee, ein Buch zu schreiben, hatte ich schon länger. Eigentlich sollte es eine Reportage aus dem Frauenknast werden, aber da meinte meine Managerin, das wolle niemand lesen. Es müsse etwas Persönlicheres sein, und so wurde es ein Buch über mich.

Also eine Art Autobiografie?

Ja, irgendwie schon. Ich hatte im Vorfeld etwa 60 Frauen interviewt, Freundinnen ausgefragt und die Erfahrungen meiner letzten Beziehung aufgegriffen.

Sie schreiben sehr ehrlich über Ihre Beziehungsängste, Hemmungen im Schlafzimmer und  Ähnliches. Hatten Sie keine Angst vor Häme?

Nein, warum sollte ich? Ich treffe ständig Frauen, die sich in dem Buch wiedergefunden haben. Ich hätte eher ein Problem damit, über Sinnkrisen oder Ähnliches zu schreiben.

Im Buch zweifeln Sie daran, überhaupt beziehungstauglich zu sein. Haben Sie diese Befürchtung immer noch?

Nein, ich bin jetzt total schwiegermuttertauglich. Am Anfang einer Beziehung sind solche Zweifel aber normal, das weiß jede Frau.

Seit Januar sollen Sie allerdings wieder solo sein ...

Das stimmt. Mehr gibt es dazu aber nicht zu sagen.

Was gibt es beruflich Neues?

Ich habe beim SWR zehn Folgen von „Sag die Wahrheit“ und bei PRO7 die neue Improvisations-Show „Gott sei Dank, dass du da bist“ abgedreht. Außerdem mache ich „Genial daneben“ und bin bei „Blond am Freitag“ wieder mit dabei. Im nächsten Jahr trete ich für zwei Monate im Schmidt Theater Hamburg auf.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem alten „Riverboat“-Team?

Ja, aber ich brauchte damals erst einmal drei Monate Abstand, denn die Trennung war wirklich hart. Ich war sehr enttäuscht, als Jörg Kachelmann ging, denn mein Spielpartner war plötzlich weg. Und die Art und Weise, wie der neue Kollege da reinkam, war sehr speziell. Da ich für Klarheit bin, hab ich mit meiner Meinung ihm gegenüber nicht hinterm Berg gehalten. Ich wollte dem Publikum gegenüber ehrlich sein, aber es hat leider nicht funktioniert.

Die Einschaltquoten von „Riverboat“ haben sich seit 2000 fast halbiert. Woran könnte das Ihrer Meinung nach liegen?

Das lässt sich schwer beurteilen. Erfolg hat viel mit Authentizität zu tun, vielleicht fehlt die. Viele Leute haben mich wissen lassen, dass sie es gut fanden, dass ich mich auch mal verplappert habe, rot geworden bin oder meine Karten ins Studio schmiss. Die Zuschauer wollen Gesichter sehen, an die sie sich gewöhnt haben, nicht ständig neue.

Hätten Sie sich wie Kachelmann eine Rückkehr zum „Riverboat“ vorstellen können?

Nein. Ich finde es wichtig, dass man auch mal eine Tür zumacht.

Redaktion
on 22. Mai 2017

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