Skip to main content
Ken Roczen
M.Handelmann/SUPERillu
Ken Roczen
M. Handelmann/SUPERillu
Motocross-Weltmeister Ken Roczen
Ken Roczen: Deutschlands jüngster Weltmeister auf dem Crossmotorrad

Ken Roczen ist erst 17 Jahre alt und schon Motocross-Weltmeister. Der Rennfahrer aus Thüringen war bereits als Kind ein Szene-Star - jetzt will er Amerika erobern

Redaktion
on 9. Juni 2017

Er sieht aus wie ein ganz normaler 17-Jähriger: cool, unaufgeregt und mit frechem Blick. Ungewöhnlich ist nur, dass Ken Roczen auf einer KTM 250 sitzt, mit der er gerade jüngster Motocross-Weltmeister wurde. 43 Jahre nachdem DDR-Fahrer Paul Friedrichs den letzten Titel für Deutschland holte!

Jetzt ging der Preis wieder in den Osten, und zwar nach Mattstedt in Thüringen. Hier lebte Ken mit seinen Eltern Steffi, 45, und Heiko, 48, bis die sich 2010 trennten. Angestellt sind sie beide weiterhin bei ihm. Vater Heiko bleibt sein Trainer und wohnte mit ihm bis vor Kurzem auf dem Hof, dem sich eine eigene Trainingsstrecke anschließt. Mutter Steffi ist ins benachbarte Apolda gezogen und war bisher bei jedem Rennen dabei. Jetzt sieht sie ihren Sohn nicht mehr so oft, denn „Kenny“ ist mit seinem Vater in die USA gezogen - der Karriere zuliebe: In Kalifornien kann er weiter aufsteigen. In Deutschland ist Ken in der Klasse MX2 längst der Beste, die Klasse wechseln möchte er aber nicht. Ken: "In den USA habe ich einfach mehr Aufstiegsmöglichkeiten."

Neue Chance

Sein Vater ergänzt: „Die Klasse MX1 wäre in Deutschland eine Alternative gewesen, doch Ken wollte schon immer nach Amerika. Auch wenn er jetzt nicht zwangsläufig mehr Geld verdient. Es sei denn, er bekommt neue Sponsoren dazu. Mit den bisherigen, KTM, Fox und Red Bull, haben wir erst neue Dreijahresverträge abgeschlossen."

Kein Wunder: Ken ist längst eine Größe in der Szene. Mit zweieinhalb saß er zum ersten Mal auf einer Motocross-Maschine. Freiwillig, wie sein Vater betont, der früher selbst aktiver Fahrer war. Kens Karrierestationen: Vizeweltmeister bei der Junioren-WM 2006, Weltmeister Junioren-WM 2007, 2009 der Titel beim „Großen Preis von Deutschland“ und fünfter Platz bei der WM. Diesen September dann die Krönung in Gaildorf: Ken wurde Weltmeister, wie sein Vorbild Paul Friedrichs.

Privat

Den DDR-Fahrer hat er bereits als Kind durch seinen Vater kennengelernt. Nun gratulierte Friedrichs seinem Nachfolger, als dieser im Oktober Ehrenbürger von Mattstedt wurde. Abgehoben ist Ken deshalb nicht. Täglich investiert er sechs Stunden in den Motorsport, ist viel unterwegs. Eine feste Freundin? Fehlanzeige. Der Thüringer, der die neunte Klasse mit der Note „Zwei“ abgeschlossen hat, hört dafür gern seine „Cross-Mucke“ wie Linkin Park und Guano Apes, liebt Tauchen, Jet-Ski fahren, Leichtathletik, Fußball - und teure Uhren. Die hat sich Ken aber auch verdient.

Teilung

Bis 2011 gab es nur einen Motocross-Weltmeister aus Deutschland. Paul Friedrichs, 71, aus Vorpommern holte 1966, 1967 und 1968 den Titel. Der Grund: Motocross wurde in Deutschland im Gegensatz zu den USA, Belgien und anderen Ländern kaum unterstützt. In der DDR hinkte zudem die Technik hinterher. Die meisten Erfolge heimsten die Fahrer auf der tschechischen Motorradmarke CZ ein. Rennstrecken gab es u.a. in Apolda, Schkölen und Wolgast. Das Finale der WM 2012 wird erstmals in Teutschenthal stattfinden. Am 22. und 23.9. steigen hier Rennen - mit Ken Roczen als Favorit.

Redaktion
on 9. Juni 2017

Das passt dazu...