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Jürgen Karney
Davids
Jürgen Karney im doppelten Glück
Mit „Muckefuck“ und Antje in die Zukunft

Er hatte sich vom Radio verabschiedet. Jetzt ist Jürgen Karney bei Radio SAW wieder on Air. Und auch eine neue Liebe gibt es im Leben des Berliners

Bärbel Beuchler
on 24. Mai 2017

Wir sind in Teltow verabredet. Hier lebt Jürgen Karney seit Februar mit seiner neuen Lebenspartnerin Antje im „Kanadischen Viertel“. Die Siedlung mit Stadtvillen und modernen Miethäusern gehört zu den nachwendischen Errungenschaften am Rand von Berlin. 

Für das Treffen mit SUPERillu „rutschte“ Jürgen Karney mal eben schnell von Magdeburg herüber. Denn seit dem 1. September ist der populäre (Ost)-Berliner Radio- und Fernsehmoderator montags bis freitags nach 13 Jahren On-Air-Pause wieder auf Sendung. Bei Radio SAW muntert er zusammen mit Volker Haidt die Sachsen-Anhalter von fünf bis zehn in der Morgensendung „Muckefuck“ auf. „Eigentlich gehts schon neun Minuten vor fünf los“, erzählt er schmunzelnd. „Sachsen-Anhalt ist das Land der Frühaufsteher. Die Leute stehen statistisch gesehen neun Minuten eher auf als alle anderen Bundesbürger.“

Knapp anderthalb Stunden braucht er mit dem Auto von Haus zu Haus. „Die Tour mache ich aber nicht jeden Tag“, sagt er. „Ich habe in der Nähe des Senders eine kleine, gemütliche Einraumwohnung.“ Sein Wecker klingelt wie in alten Berliner-Rundfunk und BB-Radio-Zeiten um vier Uhr. Zu Fuß macht er sich dann auf den Weg zum Sender. Zum Munterwerden. 

Nach zwanzig Jahren hatte Karney Anfang 2000 das „Radio“ an den Nagel gehängt und sich ein eigenes Unternehmen aufgebaut. Er wollte den täglichen Stress nicht mehr, den er neben seiner Morgenmoderation als Programmchef bei BB-Radio hatte. Was treibt ihn, sich mit 59 Jahren wieder fünf Tage in der Woche zu nachtschlafender Zeit aus dem Bett zu quälen und den Muntermacher zu geben? „Das Angebot war einfach zu verlockend. SAW ist kein Labersender, son­­­dern ein Flaggschiff. Sich da einbringen zu dürfen, ist schon schmeichelhaft. Außerdem bin ich hier kein Programmchef. Ich muss mich nur um die Moderation bei „Muckefuck“ kümmern“, verrät er.  

„Muckefuck“ – übrigens eine altes deutsches Wort für Malzkaffee –  ist in Sachsen-Anhalt als Morgensendung eine Marke. „Wir machen Spaß, sind auch lustig. Manche Themen müssen aber auch vernünftig beredet werden“, sagt Karney. „Volker Haidt und ich haben genug Lebenserfahrung, um Aktuelles in Politik und Gesellschaft auf unsere Art zu reflektieren. Und wenn sich die Hörer darin wiederfinden, funktioniert das Konzept, ein anspruchsvolles Morgenprogramm zu machen.“ 

Karney ist der geborene Showmoderator, ob am Rundfunkmikrofon, vor der Fernsehkamera oder live auf der Bühne. Das hat er immer wieder bewiesen, seit er Anfang der 70er Jahre seinen Berufsausweis als DJ gemacht hat und 1975 seine erste Fernsehsendung „Telethek“ moderierte. Dann folgten die DDR-TV-Hitparade „Bong“, die Show „Karney & Co.“, eine Moderation der Samstagabendshow „Ein Kessel Buntes“, zahlreiche Hörfunk-Sendungen und immer wieder Live-Veranstaltungen, auch nach der Wende. Das Familienleben kam in den letzten Jahren ein bisschen zu kurz dabei.  

Für seine neue Beziehung und die Liebe ist der Job beim SAW die erste Bewährungsprobe. Antje sieht ihn schelmisch an. „Ich klingele ihn einfach wach, wenn ich Sehnsucht habe.“ Und das ist je­­den Abend. Es war eine gemeinsame Entscheidung der beiden. Getroffen, weil man sich liebt. Dass sie ein Stück größer ist als er, wenn sie Absatzschuhe trägt, stört nicht. Und die 20 Jahre Altersunterschied? „Die hat Antje rigoros weggewischt, als ich das Thema ansprach. Beim dritten Mal habe ich kapiert, dass es gut so ist, wie es ist“.

Kennengelernt ha­­ben sie sich auf der IFA 2011 bei einer Show im „Sommergarten“. Antje hatte keine Ahnung, wer Jürgen Karney war. „Ich kannte weder die Fernsehsendung „Bong“, noch hatte ich 91,4 gehört oder BB-Radio “, sagt die 38-Jährige. Jürgen: „Mir fiel Antje durch ihr unbefangenes La­­chen auf, und wir kamen ins Ge­­spräch. Sie hat einen tollen Humor, ohne dass sie sich Mühe geben muss. Das ist morgenshow-reif.“ Die Bankangestellte bleibt dem „Unterhalter“ nichts schuldig. „Da siehste mal, auch in der Bank wird gelacht.“ 

Im Sommer 2011 waren beide noch verheiratet. Sie gingen auseinander, verloren sich aus den Augen und trafen sich per Zufall ein halbes Jahre später wieder. Antje war inzwischen geschieden. Jürgen und seine Frau Elke kämpften nach 27 Jahren Ehe mit Problemen, die im Februar 2013 mit einer Scheidung endeten. „Das war die beste Lösung, die verstanden auch unsere Töchter“, sagt der 59-Jährige. Für sein Leben mit Antje hat er daraus gelernt. „Ich arbeite nicht mehr rund um die Uhr, halte mir die Wochenenden für uns frei. Wir nutzen die Zeit, kümmern uns einfach um uns.“ Ob irgendwann auch mal die Hochzeitsglocken läuten werden, müssen sie noch klären. Allein ...

Bärbel Beuchler
on 24. Mai 2017

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