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Ivonne Schönherr
SUPERillu
Ivonne Schönherr als Victoria
C. Pflug/ARD
Ivonne Schönherr
Die Zicke vom Dienst

In der Serie „Die Stein“ spielt Ivonne Schönherr ein intrigantes Luder. Doch beim Interview in ihrem Berliner Lieblingscafé war die Schauspielerin ganz charmant ...

Caroline Danz
on 26. Mai 2017

Fünf Millionen Zuschauer sehen Sie jeden Dienstag als hinterhältige Referendarin Victoria Treff in der ARD-Serie „Die Stein“. Macht es Spaß, fies zu sein?

Auf jeden Fall! Victoria ist ganz anders als ich, und deshalb ist die Rolle eine tolle Herausforderung. Sie ist ein Biest, das wahnsinnige Verlustängste hat und deswegen ständig gemeine Pläne schmiedet. Auch optisch ist sie extrem: Allein in das Kostüm zu schlüpfen ist eine Erfahrung für sich. Sie ist wahnsinnig schick und bunt angezogen. Die Schule ist für sie ein Laufsteg und ihr Make-Up dauert ewig. Ich dagegen geh’ auch gern ungeschminkt vor die Tür. Da trage ich weite Hosen, Männerunterhemden und Turnschuhe.

Wie war Ihre eigene Schulzeit? Haben Sie mal Mist verzapft?

Hm ... ich glaube nicht. Doch! In der Grundschule habe ich geplappert, wie mir der Schnabel gewachsen war. Irgendwann hat’s der Lehrerin gereicht, und ich musste in der Ecke des Klassenzimmers mit dem Kopf zur Wand stehen. Das war mir eine Lehre. Danach hab’ ich mich am Riemen gerissen. Ich war eigentlich auch immer eine gute Schülerin. Nur nicht in Mathe und Physik - damit konnte man mich jagen.

In „Die Stein“ spielen Sie eine Referendarin am Gymnasium. Wenn Sie nicht Schauspielerin geworden wären, wäre Lehrerin etwas für Sie gewesen?

Ich hatte früher viele Berufswünsche, aber Lehrerin war nicht dabei. Da fand ich andere Dinge spannender. Zum Beispiel Polizistin. Deswegen habe ich damals mit Kampfsport und Bodenturnen angefangen. Später wollte ich aber lieber Visagistin oder Maskenbildnerin werden. Ich fand es toll, mit wie vielen verschiedenen Menschen man in Kontakt kommt. So bin ich dann auch zur Schauspielerei gekommen.

Wie genau haben Sie das damals angestellt? Sie haben ja mit 16 Jahren schon Ihre erste große Rolle gespielt ...

Eine Visagistin hatte mir den Tipp gegeben, mich doch mal bei einer Agentur vorzustellen. Schließlich sei ich ein offener Mensch und hätte Talent. Das habe ich dann auch gemacht. Ich bin zum Casting gegangen - und es hat funktioniert. Mit 16 hatte ich in einer Soap meine erste größere Rolle. Da wusste ich: Das will ich machen!

Und das schon mit 16 ... mutig ...

Jetzt im Nachhinein denke ich das auch. Zu dem Zeitpunkt war mir das aber gar nicht so klar. Damals musste ich bei meinen Eltern meinen Dickkopf durchsetzen. Die beiden hatten sich für mich etwas Solideres vorgestellt. Sie hatten Angst, weil ich als Teenager schon in der Schauspielbranche war, in der sie sich nicht auskannten und mir auch keinen Rat geben konnten. Aber sie haben mich trotzdem gehen lassen und toll unterstützt und mich nie spüren lassen, welche Ängste und Bedenken sie hatten. Das habe ich erst viel später erfahren. Jetzt sind sie sehr stolz auf mich. Meine Eltern gucken jede Sendung.

Sie haben einen auffallenden frechen Berliner Dialekt. Aber kommen Sie nicht aus Stollberg im Erzgebirge?

Ich bin dort geboren, aber aufgewachsen bin ich in Ost-Berlin. In meiner Kindheit war ich sehr oft bei meinen Großeltern, die in Stollberg leben. Den sächsischen Dialekt kann ich trotzdem nicht. Der hätte mir neulich aber sehr geholfen. Da hatte ich ein Casting, bei dem ich sächseln sollte. Da muss mir meine Mutti noch ein bisschen Unterricht geben.

Viele Schauspieler geben einiges für eine gute Rolle. Würden Sie Ihr Gewicht verändern oder sich von den langen Haaren trennen?

Das habe ich schon gemacht! Für die Rolle in „Die Stein“ musste ich meine lange Mähne abschnibbeln lassen. Da habe ich schon die eine oder andere Träne vergossen. Schließlich dauert es ewig, die Haare wieder lang zu bekommen. Aber ich habe das durchgezogen. (Im Moment trägt sie Haarverlängerungen)

Sie haben zum Interview einen Hund mitgebracht. Ist das der aktuelle Mann in Ihrem Leben?

Das ist Kimba - der Hund meines Freundes. Wir sind jetzt seit einem dreiviertel Jahr ein Paar. Mein Freund ist kein Schauspieler, sondern hat Jura studiert.

Haben Sie ihn wie in einer Hollywood-Schnulze beim Joggen im Park kennengelernt, als er mit Kimba Gassi ging?

Nein, er hat mich in einer Bar angesprochen. Unser erstes richtiges Date hatten wir allerdings wirklich im Park - und Kimba war dabei.

Was hat er, was andere nicht haben?

Er hört zu. Das können Männer ja immer, wenn sie jemanden haben wollen! Er hat viel Humor, ist herzlich und spontan. Alles ist bei uns total unkompliziert. Er geht sogar mit mir shoppen - ohne zu mosern. Und kochen kann er auch! Ich kann zwar auch kulinarisch zaubern, aber ich komm’ gar nicht dazu. Er reißt mir den Kochlöffel ja praktisch aus der Hand. Ein echter Traummann!

Was hat er zu Ihren sexy Bildern im Playboy gesagt?

Er hat ziemlich witzig reagiert, als ich ihm von dem Angebot erzählte: „Ach, schön! Ich wollte schon immer mit einem Playboy-Häschen zusammen sein.“ Zuerst hab’ ich allerdings meine Mutti angerufen ... Von den Bildern war ich ganz überrascht. Das ist eine ganz andere Seite von mir. Auf den Fotos bin ich eine taffe Frau. Nicht, dass ich im echten Leben ein Langweiler und Fluffi wäre, aber ich sehe mich eher als mädchenhaften Typ. Trotzdem war es toll, einmal diese Seite zu zeigen.

Das sind wirklich starke Fotos. Vermutlich gehen Sie ins Fitness-Studio. Tun Sie viel dafür, um so einen tollen Körper zu behalten?

Ich mache alle möglichen Sportarten. In den Wintermonaten gehe ich allerdings am liebsten tanzen. Da bin ich auf vielen Salsa-Partys. Mit der Salsa-Musik fühle ich Sommer, Sonne, Rhythmus - obwohl es draußen kalt ist. Das liebe ich!

Sie haben im Gegensatz zu vielen Ihrer Schauspiel-Kollegen Stunt-Unterrichtsstunden genommen ...

Ja, das stimmt! Da ich früher schon Kampfsport und Bodenturnen gemacht habe, hat sich das angeboten, auch mal zu lernen, wie man professionell springt stürzt oder kämpft. Am Rande von Dreharbeiten bin mit den Jungs über die Matte gefetzt und habe ein paar Kampf-Choreografien einstudiert. Natürlich habe ich immer alle platt gemacht, ist klar. Außerdem habe ich gelernt, mit Waffen umzugehen. So habe ich also doch noch ein bisschen was aus dem Polizeialltag gelernt ...

Außer als Zicke in „Die Stein“ – wo sieht man Sie noch?

Am 14. Oktober bin ich in Sat.1 in „Die Liebesflüsterin“ zu sehen. Dort spiele ich Marie, ein sehr schüchternes, zurückhaltendes Mädchen. Wenn sie verliebt ist, geht gar nichts mehr. Im Film gibt es eine Szene, in der Marie mit ihrem Schwarm im Restaurant sitzt und vor lauter Aufregung unter den Tisch krabbelt, weil sie kurz vorm Hyperventilieren ist. Das ist was ganz anderes als in „Die Stein“ und hat auch viel Spaß gemacht!

Sind Sie auch so schüchtern wie Marie?

Nein, so schlimm ist es nicht! Ich bin jetzt aber auch nicht der Super-Vamp. Ich hab’ mir abgewöhnt, mich ewig vorzubereiten. Früher habe ich stundenlang vorm Spiegel gestanden und mir andere Klamotten angezogen, als ich normalerweise trage. Ab und zu hab’ ich mich auch mal richtig vergriffen. Das hat mich nur noch mehr verrückt gemacht. Mittlerweile geh’ ich einfach so zu einem Date, wie ich mich wohl fühle, und guck einfach, was passiert. Mit den Jahren bin ich viel entspannter geworden.

Caroline Danz
on 26. Mai 2017

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