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Caroline Peters als Sophie Haas in „Mord mit Ausssicht“
J. van Zoest/ARD
Interview mit Caroline Peters
Die Frau, die mal in Stefan Raab „verknallt“ war

Fast sieben Millionen Zuschauer sahen die erste Folge der neuen Staffel „Mord mit Aussicht“. SUPERillu sprach mit Hauptdarstellerin Caroline Peters über die TV-Kultserie

Redaktion
on 30. Mai 2017

Frau Peters, Sie spielen in der Serie die Kommissarin Sophie Haas, die in dem Eifeldorf Hengasch ermittelt. Sie leben in Wien und Berlin, würden Sie aber gern in einem Ort wie Hengasch leben?

Auf gar keinen Fall. Das wäre mir einfach viel zu eng. Und es würde mich wahnsinnig machen, dass immer jeder sieht, wo man gerade ist und was man gerade macht. Ich schätze die Anonymität der Großstadt daher sehr.

Würde eine Frau wie Sophie Haas zu ihrem engsten Freundeskreis gehören?

Oh ja, bestimmt. Ich finde sie sehr lustig und schlagfertig. Und ich mag ihre Direktheit ... Allerdings würde ich einer Dorfpolizistin im realen Leben vermutlich nie begegnen.

Haben Sie und Sophie denn viele Gemeinsamkeiten?

Gänzlich fremd ist mir Sophie nicht. Aber die Figur und ihre Charakterzüge sind schon ausgedacht. Ich wäre aber manchmal gern wie sie. Ich stell mir das Leben sehr angenehm vor, wenn man kein Blatt vor den Mund nimmt und immer so offen und direkt ist. Im Vergleich dazu, bin ich viel zurückhaltender, stiller und verschüchterter ... Aber es ist toll, wenn man in Filmen Seiten an sich ausleben kann, die man im echten Leben gern hätte. Ich empfinde das manchmal wie eine Karikatur von einem selbst. Deshalb sind solche Rollen ein toller Spielplatz, auf dem man sich mal austoben kann.

Hätten Sie 2007, als die ersten Folgen von „Mord mit Aussicht“ gedreht wurden, geglaubt, dass Sie sieben Jahre später immer noch den Haas’schen Trenchcoat überwerfen und ihre große Hummelsonnenbrille aufsetzen?

Nein. Das hätte ich auf keinen Fall geglaubt. Ich war damals nach dem Dreh ganz sicher, dass es bei den ersten sechs Folgen bleiben wird und hab das als netten kleinen Ausflug ins Serien-Genre betrachtet. 

2008 ist „Mord mit Aussicht“ dann zum ersten Mal gelaufen – und wurde nach einiger Zeit zum Kultformat. Dabei war die Serie eigentlich „nur“ ein Versuchskaninchen, die anfangs nicht mal besonders gute Quoten eingefahren hat ...

Ja, deshalb war ich ja so sicher, dass die Serie nicht fortgesetzt wird. Das hat mich damals auch nicht gestört. Ich war ja in erster Linie Theaterschauspielerin und war ehrlich gesagt gar nicht so sehr darauf aus, mich fest als TV-Kommissarin zu etablieren.

Und dann ist genau das passiert. Wieso wurde das Format plötzlich so populär?

Das fragen wir uns alle. Ein Grund ist sicher, dass die Serie anfangs an einem Montagabend lief – eine Zeit, an dem kein Format gut läuft - und dann auf den Dienstagabend geschoben wurde. Und wir hatten zu Beginn zwar schlechte Quoten, aber sehr, sehr gute Kritiken. Und die haben dann offenbar einige Leute gelesen und aus Neugier eingeschaltet.

Während immer mehr TV-Formate ihren Quotenverlust beklagen, erreicht „Mord mit Aussicht“ an einem Dienstagabend sensationelle sechs Millionen Zuschauer. Was, denken Sie, macht die Serie anders, als andere Formate?

Ich hab keine Ahnung. Wenn ich es wüsste, würde ich das Geheimnis teuer an irgendwelche Fernsehproduzenten verkaufen. Womöglich ist es eine Mischung aus vielen Gründen: Die Figur ist toll, das Zusammenspiel mit den anderen Rollen ist toll und die Region ist toll und noch so unverbraucht. Und wenn mich Leute auf der Straße auf die Serie ansprechen, schwärmen die, dass sie die Serie immer mit der ganzen Familie gucken und jeder findet es lustig. Das Format scheint einfach generationenübergreifend gut bei den Leuten anzukommen.

Ich finde ja, dass auch Sie – und dabei vor allem Ihr Minenspiel – ein gutes Stück zum Erfolg der Serie beitragen ...

Ach wie schön. So etwas höre ich natürlich wahnsinnig gerne und bilde mir gern ein, dass das auch so ist. (lacht)

War Ihre ausgeprägte Mimik eigentlich auch Einstellungsvoraussetzung?

Nein. Das ist uns eher während des Drehs bewusst geworden. Da haben wir immer öfter gemerkt, dass man an manchen Stellen auch Text streichen kann, weil man es auch so erzählen kann ... Dadurch hab ich mich aber daran erinnert, dass auf der Schauspielschule ein Kollege immer zu mir gesagt, ich sei die Frau mit den tausend Gesichtern. Beim Theater spielt der Gesichtsausdruck gar keine so große Rolle, da man ihn in der letzten Reihe sowieso nicht sehen kann. Deshalb lag da nie mein Hauptaugenmerk drauf. Aber jetzt passt es zu dieser Figur.

Caroline Peters mit Kollege Bjarne Mädel in „Mord mit Aussicht“
M. Böhme/ARD

Caroline Peters mit Kollege Bjarne Mädel in der „Mord mit Aussicht“-Folge „Der Carport“

Ihr Kollege Bjarne Mädel hat kürzlich öffentlich erklärt, dass er nach Staffel 3 aussteigt. Er begründete das damit, dass die Drehzeit immer weiter gekürzt wird und die Qualität damit auf der Strecke bliebe. Und das wolle er nicht weiter mitmachen. Haben Sie dafür Verständnis?

Jein. Es ist ja aber auch so, dass er aus Staffel IV. ausgetreten ist, obwohl die uns bisher noch gar nicht angeboten wurde. Deshalb weiß ich gar nicht, wie er das gemeint hat. Wir wissen ja noch gar nicht, ob’s überhaupt weitergeht. Zudem haben wir uns auch zu Beginn der dritten Staffel auf diese Bedingungen alle eingelassen. Dass wir für Staffel drei geringfügig weniger Zeit hatten, als für die vorherigen Staffeln. Nämlich ein Drittel Drehtag pro Folge - wussten wir also alle. Das hat man aber jetzt auch bei den Dreharbeiten schon gespürt. Deshalb empfände ich es auch so, das jede weitere Kürzung der Drehzeit grauenhaft wäre und das Format erheblich darunter leiden würde. Für gute Qualität braucht man eben auch etwas Zeit. Das ist genau wie beim Kochen.

Wenn es zu keinen weiteren Drehzeitkürzungen kommt und auch sonst alle Umstände passen würden – stünden Sie da für eine weitere Staffel zur Verfügung?

Ja, wenn das alles passt, sicher. Aber Vorraussetzung wäre wirklich, dass die Serie etwas Besonders und Eigenes bleibt. Und das erfordert eben viel Zeit und Fantasie. Ich würde ungern in so eine Art Massenproduktion einsteigen, wo so und so viele Folgen zacki zacki abgedreht werden müssen.

Bereits vor Ihrem Serienerfolg haben Sie ganz viel Theater gespielt. Seit zehn Jahren spielen Sie in der Königsklasse, am Wiener Burgtheater. Würden Sie das Theater für das Fernsehen aufgeben – oder andersherum?

Nein, das könnte ich nicht. Ich genieße es sehr, beide Leben zu leben. Obwohl das Theater im vergangen Jahr etwas zurücktreten musste, weil wir die dritte Staffel fast in einem Stück gedreht haben ... Aber wenn ich mich wirklich entscheiden müsste, würde ich wahrscheinlich dem Theater den Vorzug geben. Das Live-Erlebnis ist einfach so toll und das würde ich auf Dauer wahrscheinlich vermissen.

Sie haben auch vor „Mord mit Aussicht“ schon einige Filme gedreht – aber durch die Serie ging Ihre Popularität noch mal durch die Decke. Ist Ihnen das immer angenehm?

Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist es toll, auf der Straße angesprochen zu werden, weil die Leute immer ganz positiv und freundlich auf mich zukommen. Andererseits geht man auch gern mal einkaufen, ohne darüber zu reden, was man gestern wieder im Fernsehen gemacht hat.

Zum Erfolg gehört auch, im Netz schräge Sachen über sich zu entdecken: Wenn man bei Google Ihren Namen eingibt, lautet einer der ersten Einträge: „Caroline Peters nackt oben ohne“. Dahinter liegt ein Youtube-Video, dass Sie in einer Duschszene zeigt ... Verteufeln Sie spätestens jetzt den Erfolg?

Nein. Das ist mir zu blöd, mich darüber zu ärgern. Das ist eine Zwei-Sekunden-Szene und ich hab mir da echt nichts dabei gedacht. Das passte und war ein lustiger Gag. In dem Moment war ich offenbar etwas naiv und hab nicht an die Nachhaltigkeit des Internets gedacht. Früher wurde so eine Szene ausgestrahlt und war vergessen. Heute sind solche Sachen durch das Internet so langlebig ... Als ich mir das dann mal genauer angeschaut habe, hab ich entdeckt, dass es ja von praktisch jeder deutschen Schauspielerin derartige Mitschnitte im Netz gibt.

Vermutlich betreibt der Playboy dort seine Vorrecherche. Hat auch bei Ihnen schon das Telefon geklingelt?

Nein. Vermutlich würde ich dann auch schnell auflegen. (lacht)

Dank der Recherche von Herrn Hirschhausen, in dessen Talk-Show Sie letztes Jahr zu Gast waren, weiß ich, dass Sie mal in Stefan Raab verknallt waren ...

Ja, das hab ich irgendwann mal erzählt. Wobei der Begriff „verliebt“ an dieser Stelle maßlos übertrieben ist. Ich war damals in der fünften Klasse und Stefan im Abitursjahrgang. Er war damals der Drummer der Schulband und jedes Mädchen der Schule war in ihn verknallt. Ich war so zehn, elf und diese Jungs in der Band kamen mir damals unwahrscheinlich reif, erwachsen und sexy vor ... Es war dann lustig zu sehen, was aus Stefan geworden ist.

Verraten Sie, für wen heute Ihr Herz schlägt ...

Ich bin ledig, aber fest liiert. Mein Partner hat mit der Schauspielerei jedoch nichts zu tun und er möchte auch lieber im Hintergrund bleiben und nicht benannt werden. Deshalb haben wir gemeinsam beschlossen, ihn aus meinem öffentlichen Leben herauszuhalten.

Haben Sie sich gezielt in einen Mann verliebt, der nichts mit Ihrer Branche zu tun hat?

Unterbewusst vielleicht, aber bewusst schafft man das ja nicht. Da geht die Liebe dann doch eigene Wege. Ich finde es aber sehr angenehm, dass er etwas ganz anderes macht. So fällt auch das ganze Konkurrenzdenken weg. Das finde ich toll.

Auch wenn Sie Ihren Partner lieber für sich behalten, könnten Sie zumindest verraten, ob Sophie Haas in Staffel 3 endlich auf Mister Right trifft?

Da kann ich nur sagen: Schalten Sie dienstags, 20.15 Uhr ein und schauen Sie, was passiert.

Redaktion
on 30. Mai 2017

Das passt dazu...