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Manuela Frank Werner Korb
A.Jungnickel/SUPERillu
Manuela & Frank Werner
Handgemachte Körbe aus Leipzig

1913 gründete der Großvater die Firma. Bis heute gibt es bei „Korb Werner“ alles. Vom Stuhl bis zum Tisch. Manuela und Frank Werner sind Meister des Flechthandwerks

Redaktion
on 22. Juni 2017

Die Leipziger Südvorstadt ist ein quirliges Viertel mit vielen Cafés, Studierenden und jungen Familien. Die meisten hier sind auf dem Fahrrad unterwegs. Auf den Gepäckträgern sind immer häufiger Körbe zu sehen. „Der Korb ist der bessere Kompromiss zur Plastiktüte. Er ist ein nachhaltiges Produkt und aus nachwachsenden Rohstoffen“, sagt Korbmachermeister Frank Werner, 62. „Die jungen Leute schätzen das wieder.“ Korb Werner gibt es seit 1913. Großvater Iwan fing an, Sohn Erhard übernahm 1951, dessen Filius Frank 1986.

Korb Werner Manuela Frank
A.Jungnickel/SUPERillu

Bei „Korb Werner“ ist alles Handarbeit

Mit Ehefrau Manuela, 52, teilt sich Frank Werner die Arbeit. Sie betreibt das Ladengeschäft in der Karl-Liebknecht-Straße, er die Werkstatt in Markkleeberg. „Ich habe mich mehr und mehr auf Reparatur und Restauration von Stühlen spezialisiert.“ Die Ehefrau macht anfangs Buchhaltung und Kundenbetreuung. „Im Rahmen der Lehre, die es bis 1990 noch gab, habe ich aber auch die handwerklichen Fertigkeiten eines Korbmachers gelernt“, sagt sie. „Meine Frau hat enorme Fingerfertigkeiten. Dieses Talent ist Voraussetzung für erstklassiges Handwerk“, ergänzt ihr Ehemann stolz. Wer heutzutage den Beruf des Korbmachers erlernen möchte, kann das nur im oberfränkischen Lichtenfels. Dort ist die Staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung.

Korb Manuela Werner
A.Jungnickel/SUPERillu

Manuela Werner in ihrer Werkstatt

Bei Werner gibt es Körbe, Stühle, Tische, Puppenwagen, Körbe für Baby, Hund und Katze, sogar Teppichklopfer. Auch wer etwas zu reparieren hat, ist hier richtig. Die gängigsten Materialien des Korbmachers sind Weide, Rattan, Peddigrohr und Binsen. „Wir stellen unser Handwerk auch gern auf Messen und Märkten vor“, sagt Werner. Er ist einer der letzten großen Könner seiner Branche weit und breit. In der Sakristei in der Nikolaikirche, im Bundesverwaltungsgericht, in Leipziger Kaffeehäusern – überall sitzt man auf Stühlen von Werner.

Der Meister ist übrigens bis heute glücklich, dass ihm seine Frau einst keinen Korb gegeben hat. Diese Redewendung geht auf einen alten Brauch zurück: Früher ließ sich in manchen Gegenden der Bewerber um die Gunst einer Frau von ihr in einem Korb zum Fenster hinaufziehen. Wollte die Frau ausdrücken, dass sie den Bewerber ablehnte, sorgte sie dafür, dass der Boden des Korbes durchbrechen musste. Später war es auch üblich, einem abgewiesenen Freier einen kleinen Korb ohne Boden zu überreichen.

Redaktion
on 22. Juni 2017

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