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Dietmar Gunz FTI
W.Heider-Sawall/SUPERillu
FTI-Chef Dietmar Gunz
„Für Air Berlin wird eine Lösung gefunden“

FTI-Chef Dietmar Gunz kündigt ehrgeizige Pläne an. Bis Ende 2018 sollen weltweit 100 eigene Hotels unter der Marke Labranda den Umsatz von Europas viertgrößtem Reisekonzern ankurbeln

Thilo Boss
on 22. Juni 2017

Europas viertgrößter Reisekonzern FTI baut im Eiltempo die konzerneigene Hoteleigenmarke Labranda auf. In der Wintersaison 2017/18 soll auf der Kanareninsel Fuerteventura das Vorzeigeprojekt Labranda World mit insgesamt acht Vier- und Fünf-Sterne-Häusern fertiggestellt sein. SUPERillu sprach mit Konzernchef Dietmar Gunz (57) darüber, was er sich von der Mega-Anlage erwartet und ob das Unternehmen einen Strategiewechsel vollzieht.

Herr Gunz, Sie sehen so braun gebrannt aus. Haben Sie sich selbst mal einen Urlaub in der Sonne gegönnt?

Leider nicht! Das kommt erst noch. Ich habe in den vergangenen Wochen unsere Labranda-Projekte rund um das Mittelmeer und im Nahen Osten inspiziert, in Ländern, die von der Sonne verwöhnt werden. Dort wird man schon beim Arbeiten braun.

Dann haben Sie sicherlich auch bei Ihrem Vorzeigeprojekt Labranda World nach dem Rechten gesehen. Liegen Sie im Plan?

Ja. Es läuft alles bestens und komplikationslos.

Für ein Megaprojekt ist das ungewöhnlich. Bei Großbauten wie der Elbphilharmonie oder dem BER schießen regelmäßig die Kosten in die Höhe, …

… was bei uns nicht passieren wird. Labranda World ist solide finanziert. Und mit der Entwicklungsgesellschaft Orascom Development unseres Teilhabers Samih Sawiris haben wir einen professionellen Partner an Bord, der sich auf Großprojekte versteht und selbst ganze Ortschaften und Städte entwickelt. Das kommt uns zugute. Labranda World mit acht Vier- und Fünf-Sterne-Hotels, einer Kapazität von 2000 Betten und einem Investitionsvolumen von über 60 Millionen Euro ist sicher ein Großprojekt, aber immer noch nicht mit dem Bau eines Großflughafens zu vergleichen.

2000 Betten müssen belegt werden. Wie wollen Sie das schaffen?

Davor ist mir nicht bange. Unsere Urlaubsgäste kommen aus ganz Europa. Fuerteventura ist eine sehr beliebte Insel, und auch das Stella Canaris Resort, das wir ja zur Labranda World umbauen, hatte Stammgäste, die auf die Wiedereröffnung warten. Zudem werden wir zugkräftige Highlights setzen. Dazu nur ein Beispiel aus der Gastronomie: Wir werden über 40 verschiedene Restaurants anbieten und denken sogar über eine eigene Brauerei nach.

Ärgern Sie sich, dass Labranda World noch nicht fertig ist? Die Türkei wird wegen der diplomatischen Krise zwischen Berlin und Ankara gemieden, auch die Maghreb-Staaten und Ägypten laufen nicht rund …

Da irren Sie sich. Die Türkei wird in diesem Jahr ein deutliches Buchungsplus verzeichnen. Die russischen Touristen kehren zurück. Aber auch aus Deutschland stellen wir eine kontinuierlich anziehende Nachfrage fest. Marokko läuft zudem gut, und Ägypten liegt im oberen zweistelligen prozentualen Buchungsplus und ist auf dem besten Weg, sich zu einem zweiten Mallorca zu entwickeln.

Welche Rolle spielen die Labranda-Hotels? Es sieht danach aus, als ob Sie einen Strategiewechsel vollziehen und FTI zu einem voll integrierten Touristikkonzern ausbauen.

Das sind wir doch längst. Nur ohne eine eigene Fluggesellschaft. Aber es ist richtig, dass wir unsere Hoteleigenmarke stärken. Bis Ende des Jahres 2018 wollen wir rund 100 Vier- und Fünf-Sterne-Häuser in sieben Ländern anbieten.

Macht Ihnen eigentlich die Air-Berlin-Krise zu schaffen? FTI fliegt auch Touristen mit der angeschlagenen Fluggesellschaft in den Urlaub.

Air Berlin ist für uns ein wichtiger Partner. Ich gehe aber davon aus, dass dies so bleiben wird und für Air Berlin eine Lösung gefunden wird. Ich kann nur allen Kunden versichern, die eine Reise bei uns gebucht haben, dass wir sie in den Urlaub und wieder nach Hause bringen.

Unter dem Strich hört sich alles danach an, dass FTI wieder ein gutes Jahr hinlegen wird. Oder?

Es wird für uns ein glänzendes Jahr werden.

Das heißt in Zahlen, dass …

… wir den Umsatz voraussichtlich im zweistellig prozentualen Bereich auf über drei Milliarden Euro steigern werden. Wir werden im Winter unsere Flugkapazitäten aufstocken und bald mit unserem Vorzeigeprojekt Labranda World Maßstäbe setzen.

Thilo Boss
on 22. Juni 2017

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