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Florian David Fitz
SUPERillu
Frauenschwarm Florian David Fitz
„Ich freu' mich, ein Arschloch sein zu dürfen“

Seit Florian David Fitz (36) als schnöseliger Arzt Dr. Marc Meier in der RTL-Serie „Doctor's Diary“ zum ersten Mal auf dem Bildschirm zu sehen war, liegt ihm die Frauenwelt zu Füßen

Redaktion
on 26. Mai 2017

Doch er kann mehr, als nur schön und arrogant zu sein: Im vergangenen Jahr wurde sein Film „Vincent will Meer“, in dem er die Hauptrolle spielt und das Drehbuch geschrieben hat, zum Überraschungskinoerfolg des Jahres. SUPERillu traf den Schauspieler zum vergnüglichen Plausch in Berlin.

Florian, du betonst immer, dass du ganz anders bist als der machohafte Schnösel Marc Meier, den du in „Doctor’s Diary“ spielst. Das ist doch kontraproduktiv. Denn seit dieser Rolle liegen dir die Frauen doch zu Füßen ...

Ich kann ja nur so sein wie ich bin und nicht so tun, als sei ich wie er. Aber natürlich hat Marc auch etwas mit mir zu tun. Das heißt, wenn ich so ein Typ wie Marc wäre, dann wäre ich so wie er ... Aber in erster Linie macht es mir natürlich großes Vergnügen endlich mal eine Rolle zu spielen, die nicht politisch korrekt ist und die richtig auf die Kacke haut. Es gibt im Fernsehen so viele glatt gewaschene Rollen – da freu’ ich mich richtig, mal so ein Arschloch sein zu dürfen.

Warum mögen Frauen „Bad Guys“ wie Marc Meier?

Das fragst du mich? Das müsst Ihr Frauen doch selbst wissen. Ich bin der letzte, der das beantworten kann ... Marc ist Arzt, trägt einen weißen Kittel – das macht bei Frauen wohl sehr viel aus. Keine Ahnung, warum! Und Diana hat mir mal erklärt, dass Frauen, bei aller Emanzipation, tendenziell eher zu den Alphatieren greifen. Sie glauben tatsächlich daran, dass sie so einen Typen wie Marc retten können und das Gute in ihm hervorholen können, bis er sie irgendwann auf Händen trägt. Aber da erliegen sie einer Täuschung. (lacht)

Genießt du es, nervt es dich oder ist es dir unheimlich, plötzlich so ein Frauenschwarm zu sein?

Alles irgendwie. Natürlich ist es schmeichelhaft. Ich versuche es trotzdem nicht so nah an mich heranzulassen. Es ist doch so – je bekannter man wird, um so größer wird das Bild, dass sich von einem abspaltet. Und dieses Bild, dass sich jeder zusammen spinnt, ist eine Mischung aus den Rollen, die ich spiele, den Interviews, die ich gebe und der Fantasie eines jeden. Ich strick’ mir ja auch solche Bilder von anderen. Was ich damit sagen will: dieses Bild bin nicht ich. Und damit bin ich auch nicht dieser Frauenschwarm. Mit diesem Bewusstsein kann ich das gut von außen beobachten und von mir fern halten.

Was genau unterscheidet dich und Marc denn – außer den bonbonfarbenen Polo-Shirts, die er immer trägt?

Und der Frisur. Mit dieser Tolle ... Ich bin auch nicht so arrogant wie er. Auch wenn ich ab und an meine arroganten Phasen habe. Ich bin auch nicht so verstockt wie Marc Meier, hab’ weniger Angst als er und bin nicht so bissig ... Der Witz ist aber, wenn wir drehen, werde ich doch irgendwie wie er. Ich übernehme einfach diese Chemie und spiel’ die Rolle weiter. Manchmal geht mir das dann selbst auf den Sack, dass ich denke, wenn ich Diana jetzt noch einen blöden Spruch drücke, hau’ ich mir selbst in die Fresse ... (lacht)

Privat, hast du mal gesagt, bist du kein Partyhengst und der größte Langweiler der Welt ...

Ob ich der größte Langweiler bin? Ich geh’ einfach nicht so gern auf Partys. Das ist mir zu langweilig. Außerdem strengt mich Smalltalk an. Und dann ist es so laut, dass man sich sowieso nicht versteht ... Ich versteh’ es, wenn man sich ab und an mal richtig zudröhnt und beim Tanzen alles rauslässt. Aber dieses Rumgestehe das nervt einfach. Ich versteh’ Leute nicht, die das jeden Freitag und Samstag machen.

Und statt wechselnder Partnerinnen, wie in Marcs Leben, wünschst du dir eine Frau, Kind und Haus ...

Ja, schon. Keiner der Mitte 30 ist, und der nicht kindisch oder irgendwie steckengeblieben ist, wünscht sich doch eine feste Partnerschaft.

Den Hund zum Glück hast du ja schon ... Deinen Jack-Russel-Terrier Loki.

Ja, aber bis ich heirate ist mein Hund sicher schon tot ... Er ist ja auch schon acht.

Du hast mal gesagt: „Ich will nicht nur die hübsche Fernsehfresse sein.“ Wie ist das gemeint?

Der Satz stammt eigentlich von meiner früheren Schauspiellehrerin. Die hat mal gesagt: „Bis du 30 bist, wirst du Rollen bekommen, weil man ein hübsches Gesicht braucht – das geht vielen so – aber mit 30 musst du dein Gesicht haben. Da muss man hinter deinem Gesicht was sehen können – dass da eine Seele wohnt, dass du was zu sagen hast.“

Und, hast du mittlerweile ein Gesicht?

Ich finde schon. Aber ich musste mich echt anstrengen, das auch zu beweisen.

Dein Kinofilm „Vincent will Meer“, in dem du die Hauptrolle spielst und das Drehbuch geliefert hast, gilt als der Überraschungserfolg des Jahres 2010. Hat dich das überrascht?

Total! Den Film haben mittlerweile fast eine Million Menschen gesehen – damit konnte ich nicht rechnen. Nicht in meinen kühnsten Träumen. Ich bin aber auch eher ein Tiefstapler – weil ich keine Lust habe, mich auf die Fresse zu legen ... Aber der Film hat die Leute scheinbar wirklich berührt – und sie sind der Krankheit Tourette näher gekommen, sie finden sie jetzt normaler, haben nicht mehr die Berührungsängste. Das ist ein toller Effekt. Mir war nicht bewusst, dass ein Film das schafft.

Du sollst das Drehbuch auch deshalb geschrieben haben, um dir selbst mal eine Kinohauptrolle auf den Leib zu schneidern – da man dich bis dahin immer übergangen hat ...

Vielleicht letzten Endes ja. Aber das kann man ja nicht kalkulieren. Ich wusste nicht, auf welchen Anklang das Buch stößt. Und ob ich die Rolle dann überhaupt selbst spielen darf.

Hättest du das Buch denn verfilmen lassen, wenn die Rolle ein anderer gespielt hätte?

Wenn ich die Wahl gehabte hätte, dann nein. Aber ich wusste ja gar nicht, ob mir jemand die Wahl lässt ... Im Nachhinein war es genau richtig, dass ich die Rolle gespielt habe. Aber vorher habe ich mich schon mit Zweifeln geplagt – ob ich nicht zu egoistisch bin, mich in dieses Projekt reinzudrücken?

Du sollst bereits wieder einen neuen Kinostoff im Kopf haben?

Den hab’ ich nicht nur im Kopf – der Dreh startet im Mai. Das ist aber kein eigener Stoff, sondern ich hab’ das Drehbuch nach dem Roman „Jesus liebt mich“ von David Safier geschrieben. Die Hauptrolle spielt Jessica Schwarz.

Neben dem Schauspielern und Schreiben malst du, spielst Klavier, singst, komponierst ... Du bist wohl ein Multi-Talent?

Keine Ahnung? Es macht mir einfach Spaß. Ich find’s einfach toll, unterschiedliche Dinge im Leben zu tun ... Ich hatte lange nicht mehr Klavier gespielt und hab’ im letzten Jahr wieder damit angefangen – und das nur weil in der Produktionswohnung in Berlin ein Flügel stand. Da saß ich dann dran und hab’ Prokofjew geübt. Das tat mir und meinem Gehirn so wahnsinnig gut. Es ist wichtig, zwischen der ganzen Filmerei die Seele zu füttern. Sonst trocknet man aus.

Und was ist mit der Malerei? Du sollst früher sogar Bilder gefälscht haben ...

Ja das stimmt. Aber das hab’ ich nur für mich gemacht. Ich hab’ mich damit nicht auf den Flohmarkt gestellt. Aber beim Kopieren kann man viel lernen. Doch da ich lange nicht gemalt habe, weiß ich gar nicht mehr, wie gut ich heute noch bin.

Machst du auch mal nichts. Schaust stumpf Fernsehen oder lümmelst rum?

Ja, klar. Ich lümmle sogar ganz gern rum und schau DVDs.

Arztserien?

Nee, eigentlich nicht. Ich hab’ nur zur Vorbereitung von „Doctor’s Diary“ die ersten beiden Staffeln von „Grey’s Anatomy“ geschaut. Ich finde, die Serie ist wahnsinnig gut gemacht. Ich musste echt heulen, dann wieder lachen und dann schon wieder heulen. Es ist toll, wenn eine Serie so etwas schafft.

Du bist mit einer älteren Schwester aufgewachsen. Dann müsstest du doch der beste Frauenversteher sein ...

Nein. Warum? Frauen verstehen sich doch selbst nicht. Ich glaub’ auch, es geht nicht darum, bei Frauen alles zu verstehen. Das ist der falsche Ansatz. Man muss sie akzeptieren ... Ich kapiere aber langsam, dass Frauen verstanden haben, was Männer nicht kapieren – dass dem Universum nicht mit Logik beizukommen ist. Frauen wissen das instinktiv. Weil sie selbst komplett unlogisch sind.

Redaktion
on 26. Mai 2017

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