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Uta Schorn
M. Handelmann/SUPERillu
Ex-„In aller Freundschaft“- Star
Was macht eigentlich Uta Schorn?

Wir stellen regelmäßig Prominente vor, von denen man länger nichts gehört hat. Diesmal die Ex-Chefarztsekretärin Grigoleit der Serie „In aller Freundschaft“

Bärbel Beuchler
on 26. Mai 2017

Sie ist gerade wieder beim Kofferpacken. Seit Anfang Januar dient Uta Schorn ihr Zuhause in Berlin nur als Zwischenstation. Sie ist auf Thea­ter­tour­nee, quer durch den Osten der Republik. „Sei lieb zu meiner Frau“ heißt das turbulente Stück. Neben Uta Schorn amüsieren Heidi Weigelt, Klaus Gehrke und Hartmut Schreier das Publikum.

Das Quartett kennt sich seit fast 40 Jahren aus gemeinsamer Arbeit beim DDR-Fernsehen. Jeder weiß um die Spielqualitäten des anderen. „30 Vorstellungen in zwei Monaten, jeden Tag woanders, da merke ich schon, dass ich nicht mehr 40 oder 50, sondern 70 bin. Zumal bei der Kälte. In manchen Thea­­tern stehst du vom Stuhl wieder auf, weil er eisig ist. Aber der Spaß, den wir haben, entschädigt dafür“, erzählt Uta Schorn am Telefon. Sie klingt verschnupft. „Eigentlich hätte ich für zwei Tage ins Bett gehört, Heidi genauso. Aber dann hätten wir Vorstellungen absagen müssen, für die schon Karten verkauft waren.“ Also haben sie gespielt. Es ist die Genera­tion, die ihre Verantwortung dem Publikum gegenüber ernst nimmt und es dabei mit dem Pflichtbewusstsein gern auch mal übertreibt.

Viele Fernsehzuschauer verbinden mit der Schauspielerin ihre Rollen in den ARD-Serien „In aller Freundschaft“ und „Familie Dr. Kleist“. Während es für sie als Inge Kleist in Eisenach weitergeht, fehlt die Chefarztsekretärin Barbara Grigoleit nun schon das dritte Jahr im Leipziger Dauerbrenner „Sachsenklinik“. In dieser ­Rolle hat Uta Schorn die Serie 1999 mit aus der Taufe gehoben und gehörte seither fest zum Team. Doch 2014 wurde ihre Figur in Rente ge­­schickt. „Bar­bara war in den 15 Jahren Teil meines Lebens ge­­worden und offensichtlich auch bei den Zu­­schauern. Sie sind ganz überrascht, wenn ich sage, dass es mich da nicht mehr gibt. Es ist schon erstaunlich, wie man sich als Figur einprägen kann.“ Manchmal vermisst sie die Kollegen, mit denen sie viele schöne Momente spielen durfte und sich auch hinter der Ka­­me­­­ra gut verstand.

Wie sollte man sich mit ihr auch nicht verstehen? Die attraktive Schauspielerin, die immer ein Lächeln im Gesicht trägt, ist weder mufflig noch intrigant, hat Humor, macht gern Witze und ist jederzeit für ihre Freunde da. „Meine Mutter sagte immer zu mir, ich sei ein Sonntagskind, obwohl ich am Montag zur Welt gekommen bin. Ich habe nie geningelt, selten geweint. Mein sonniges Gemüt und mein Humor sind meine bes­ten Eigenschaften“, beschreibt sich Uta Schorn.

Sie hundsgemein zu sehen, ist selten. Wer das erleben möchte, muss im Berliner Kriminaltheater vorbeischauen. Dort gibt sie sich in der rabenschwarzen Komödie „Fisch zu viert“ von Filmautor Wolfgang Kohlhaase („Solo Sunny“) ­gallig, scheinheilig und mörderisch. „Mit dem fein geschliffenen Wortwitz, den er uns in die Hand gibt, ist das wunderbar“, schwärmt die 70-Jährige. Dass man sie für jünger hält, verdankt sie ihrem Temperament. „Das ändert nichts daran, dass mein Körper 70 ist. Im letzen Jahr sind viele Kollegen gestorben. Das geht mir an die Nieren. Ich muss kürzertreten. Ich will ja noch etwas sehen von der Welt.“ Nach der Tournee fängt sie da­­mit an, macht Urlaub in Dubai, eine Reise nach Böhmen. Gut aufgetankt startet sie ins Sommertheater. Was sonst!

Bärbel Beuchler
on 26. Mai 2017

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