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Stephanie Oppitz
U. Toelle/SUPERillu
Erfolgreiche Gründerinnen
Wir sind unsere eigenen Chefs

Diese zwei jungen Frauen aus Sachsen und Thüringen sind erfolgreiche Gründerinnen. Ihre guten Ideen geben auch anderen Menschen Arbeit. Wie die beiden es, ganz ohne Kredite, nach vorn schafften

Annette Hörnig
on 1. Juni 2017

Nach einer Ausbildung zur Europasekretärin zog es Anja Schirwinski 2001 aus Erfurt in die Ferne: Drei Jahre lang lebte sie in Guatemala, perfektionierte in der Kleinstadt Antigua ihr Spanisch und jobbte nebenbei. Als sie später in der Heimat keine Stelle fand, arbeitete sie zunächst in einem Onlinereisebüro, wo sie nachts Anrufe entgegennahm. „Da gab es nicht viel zu tun, sodass ich genug Zeit hatte, mir die Grundlagen der Webentwicklung beizubringen. Ich wollte wissen, wie diese Inhalte ins Internet kommen, und habe es mir durch viel Ausprobieren selbst beigebracht.“

Anja Schirwinski mit ihren Mitarbeitern
PR

Mit 13 Mitarbeitern setzt Anja Schirwinski individuelle Web-­Lösungen für Kunden um

2004 baute sie ihre erste Webseite für einen Kunden, der Hubschrauber-Rundreisen anbot. 2007 bewarb sie sich in Hannover als Assistentin der Geschäftsführung in einer Unternehmensberatung. Als Sekretärin hatte sie allerdings null Berufserfahrung. „Zum Glück durfte ich dann Webseiten mit dem Contentmanagement-System Drupal bauen, u.a. die Unternehmenswebseite, ein E-Learning-Portal und ein Networking-Portal.“

2009 machte sich die Thüringerin als Webentwicklerin selbstständig, gründete kurz darauf mit einer Handvoll Mitstreiter die auf Drupal spezialisierte Internetagentur „undpaul“ in Hannover. Mit ihrem Team bietet Anja Schirwinski maßgeschneiderte Webdesigns für Kunden wie Warner Music Germany oder Hubert Burda Media. Für das Design der Webseite der Burda-Gartenzeitschrift „Mein schöner Garten“ erhielt die Agentur im März den Branchenpreis Splash Award. „Fremdkapital haben wir nie gebraucht, und das soll auch so bleiben“, sagt Schirwinski. Und was bedeutet „undpaul“? „Keine Ahnung, wer von uns darauf gekommen ist, der Name war plötzlich da“, lacht die Chefin.

Anja Scharwinski und ihr Team bekommen den Splash Award
PR

Für die Entwicklung der Web­seite von „Mein schöner Garten“ gab es den Splash Award

Die Rechnung kennt wohl jede Mutter: Ein gut gepflegtes Baby benötigt rund siebenmal täglich eine frische Windel. Bis es trocken ist, verbraucht es rund 6000 Stück, das entspricht einer Lkw-Ladung voll Plastemüll. Während eines Ostsee-Urlaubs wuchs der studierten Architektin Stephanie Oppitz aus Dresden der Windelberg ihrer drei Kinder (heute 9, 7 und 5 Jahre alt) über den Kopf: „Grauenhaft. Dabei bin ich öko und möchte so wenig Müll wie möglich produzieren.“ Alte DDR-Stoffwindeln, die sie und ihr Mann auftrieben, stellten sich als zu zeitaufwendig heraus und als „unpraktisch im Kindergarten“.

Stephanie Oppitz und ihr Team
U.Toelle/SUPERillu

Stephanie Oppitz, 38, gründete ihre eigene Windelmanufraktur: 3. von rechts, mit ihrem Team

Etwa ein Jahr tüftelte Stephanie Oppitz an der idealen Kompresse, die umweltfreundlich und praktikabel sein sollte. Sie brachte sich selbst das Nähen bei. „Ursprünglich wollte ich nur für meine Kinder Windeln herstellen, aber dann fragten auch Freundinnen. Seither nähe ich in meiner Windelmanufaktur“, lacht Oppitz. Ihr Erfolgsmodell besteht aus drei waschbaren Teilen: Außenwindel, Innenwindel sowie Saugeinlage. Alles in hautfreundlichen, schönen Stoffen. „Das 3-in-1-System ist im Vergleich zu anderen modernen Stoffwindelsystemen besonders sparsam hinsichtlich der anfallenden Windelwäschen“, so Oppitz.

Die Windelmanufaktur zählt heute neun Mitarbeiterinnen. „Ich habe nie einen Kredit aufgenommen, wir wachsen organisch“, sagt Stephanie Oppitz. Vor der Selbstständigkeit hatte sie nie Angst: „Liegt bei uns in der Familie.“ Ihr Wissen gibt sie inzwischen mit einer Freundin in einer weiteren Firma an interessierte Frauen weiter, bei „Die Stoffwindelexperten“ per E-Learning-Kurs.

Stephanie Oppitz in der kleinen Manufaktur
U.Toelle/SUPERillu

Stephanie Oppitz in der kleinen Manufaktur

Annette Hörnig
on 1. Juni 2017

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