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Privat
Doris Damke aus Ottleben
„Ich gründete ein plattdeutsches Theater“

Doris Damke (74) aus Ausleben hatte schon immer Freude an kreativen Dingen. Mit ihren Töchtern bastelte sie, für die Enkelkinder schrieb und illustrierte sie Geschichten. Als sie in Rente ging, kam ein neues Hobby dazu

Redaktion
on 8. Juni 2017
Doris Damke
Privat

Doris Damke

Doris Damke

Je älter ich wurde, umso mehr begann ich mich für die plattdeutsche Sprache zu interessieren. Verstanden habe ich sie schon immer, denn als ich noch ein Kind war, sprachen mein Vater und meine Großeltern ostfälisches Platt mit mir. Ich selbst sprach eigentlich kein Platt, doch als ich nach einer großen Operation mit 60 Jahren in den Ruhestand ging, hatte ich Zeit und Ruhe, mich damit zu beschäftigen. Offenbar hatte ich ein Talent dafür, denn bei niederdeutschen Literaturwettbewerben gewann ich gleich zweimal den ersten Preis.

Mithilfe meiner Tochter und meines Schwiegersohns gründete ich im April 2011 eine Laienspielgruppe. Meine Idee war, mit einem kleinen Theaterstück unseren vier Dörfern der Großgemeinde Ausleben historische Ereignisse in Erinnerung zu bringen, wobei mir auch unser Dorfchronist sehr half. So schrieb ich ein Theaterstück, das Pfingsten 2011 am Schloss Trautenburg aufgeführt wurde. Daraus ist inzwischen eine schöne Tradition geworden. Immer am Pfingstsamstag findet eine neue Aufführung statt. In das Stück versuche ich so viel Plattdeutsch wie möglich einzubringen. Die Schauspieler sprechen meist kein Platt. Doch sie bemühen sich sehr, alles richtig auszusprechen. Unsere jüngsten Schauspieler in diesem Jahr waren noch nicht mal eingeschult.

Bei den Proben haben wir viel Spaß daran, wenn jeder in seine Rolle schlüpft und die Zeit bis zu 300 Jahre zurückgedreht wird. Alle Mitwirkenden investieren viel Freizeit. Applaudiert das Publikum, ist das unser Lohn, und wir sind stolz. Wir haben schon bei größter Hitze gespielt, ebenso wie im Regen. Spannen die Zuschauer einfach den Schirm auf, statt loszugehen, ist das die schönste Bestätigung, dass es ihnen gefällt.

Gerade war Pfingsten, und wir haben wieder ein Jahr Arbeit beenden können. Bald geht es für mich von vorn los. Ich schreibe das Stück, nähe Kostüme, beschäftige mich mit dem Bühnenbild. Zum Glück habe ich viele treue Helfer, die den Bühnenbau wuppen, Requisiten und Zubehör transportieren. Ohne sie würde nichts funktionieren. Wir sind wie eine große lustige Familie, und ich bin mit meinen 74 Jahren gern die Mutter des Vereins.

von Doris Damke

Redaktion
on 8. Juni 2017

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