Skip to main content
Moderatorin Janine Strahl-Oesterreich
S. Kurtze/MDR
Strahl-Oesterreich übersetzt Sprogøe-Buch
„Donnerwetter!“-Star Janine Strahl-Oesterreich im Bann der Olsenbande

„Donnerwetter!“-Moderatorin Janine Strahl-Oesterreich übersetzt die Biografie von Egon-Olsen-Darsteller Ove Sprogøe. Der Hintergund im Interview mit SUPERillu

Redaktion
on 29. Mai 2017

Wenn ich sie besuche, zieht es mich jedesmal ans Fenster ihres urgemütlichen Wohnzimmers. Es gewährt einen faszinierenden Blick auf Berlins Theaterviertel an der Spree. „Stolpere nicht über die Hühnergötter“, warnt Janine Strahl-Oesterreich, die vor 15 Jahren wegen der Aussicht hierher gezogen ist. Die Feuersteine mit Loch gelten als Glücksbringer. „Man muss aber daran glauben“, sagt die Moderatorin, die Millionen TV-Zuschauer von der MDR-Sendung „Donnerwetter!“ kennen.

In Klausur

Ihre Glückssteine lagen kürzlich noch am Strand von Fünen. Dorthin hatte sich Janine für zwei Wochen in Klausur begeben. Grund für ihren Rückzug in die dänische Einsamkeit war ein Mann - Ove Sprogøe. Besser bekannt als Egon Olsen, Chef der legendären Olsenbande. In der DDR waren die Filme des Gaunertrios Egon, Benny und Kjeld Kult. „Ich habe sie geliebt“, verrät Janine. Und zurzeit dreht sich ihr ganzes Leben um „Egon“. Sie übersetzt die im vorigen Jahr in Dänemark erschienene Biografie des 2004 verstorbenen Schauspielers. „Es ist das erste Mal, dass man etwas über das Leben von Ove Sprogøe erfährt.“

Sie ist dem Eulenspiegel Verlag dankbar für die Gelegenheit, sich mal wieder in der Sprache tummeln zu können, die für sie lange wie eine zweite Muttersprache war. Fünf Jahre hat sie Skandinavistik studiert und bis 1991 als Redakteurin in der Dänischen Redaktion von Radio Berlin International gearbeitet. „Ich habe damals sogar auf Dänisch geträumt, so tief war ich in der Sprache drin.“ Es wird schummrig, und Janine zündet Kerzen an. „So ist es heimelig und spart Energie. Ich lebe wie Ove“, scherzt sie. „Der heizte Zeit seines Lebens mit einem Petroleumofen. Das Buch enthält viele lustige Marotten, und ich möchte es so übersetzen, dass es den Lesern Spaß macht.“

Rendezvous mit Benny

Die Tage auf Fünen hat Janine genossen. „Ich saß ja nicht nur am Schreibtisch.“ Von den Fischern holte sie sich jeden Tag Scholle oder Butt, snackte ein Stündchen. Sie ging auch mal ins Wirtshaus. „Das hat die Sprache explosionsartig reaktiviert.“ Dann schwärmt sie von Morten Grunwald. „Wir haben uns in Odense getroffen. Benny ist der letzte Lebende des Gaunertrios. Ein toller Mann. Er ist wie Ove in Odense geboren und will mit seiner Frau zur Buchpräsentation nach Berlin kommen.“

Ungewisse Zukunft

Jetzt so intensiv beschäftigt zu sein, nimmt die Moderatorin als Geschenk. Es lenkt sie von ihrer alljährlich wiederkehrenden Angst ab: Wie geht es weiter? „Zum Jahresende macht mich das immer panisch, obwohl ich weiß, dass Leben Veränderung ist.“ Und da steht einiges an beim MDR. Auch ihre Sendung „Donnerwetter!“, die mit dem MDR zusammen 2012 ihr 20jähriges Jubiläum feiert, wird neu überdacht. Geplant sind für 2012 erst mal vier von zwölf Sendungen, so viel weiß sie. „Alles muss sich weiterentwickeln, man darf nicht krampfhaft an Altem festhalten.“

Die Fernsehfrau hat als Moderatorin schon viele Enden erlebt. „Deshalb ist es ja schön, dass so vieles hinter der Kamera passiert“, sagt sie. Da ist sie Journalistin, Autorin, Rechercheurin, schreibt u. a. für das rbb-Tiermagazin „Panda, Gorilla & Co.“ sowie Hörbücher. Aktuell hat sie ein amüsantes Porträt der berühmten Begründerin des bürgerlichen Theaters, Friederike Caroline Neuber (1697 -1760), verfasst. „Sie hatte ein unglaublich spannendes Leben. Erlebte Glanzzeiten und starb völlig verarmt.“ Davor ist Janine nicht bange. „Ich brauche nicht viel. In schlechten Zeiten hilft mir ein Spruch von Hermann Hesse: Jeder kann seine Ziele erreichen, wenn er denken kann, wenn er warten kann, wenn er fasten kann.“

Redaktion
on 29. Mai 2017

Das passt dazu...