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Luisa Schlitter testet die Elektroschwalbe
N. Kuzmanic/SUPERillu
Die neue e-Schwalbe
SUPERillu testet die neue e-Schwalbe

SUPERillu-Reporterin Luisa Schlitter, die als 16-Jährige die Original-Schwalbe fuhr, machte in Berlin die erste Testfahrt mit der e-Schwalbe und war hin und weg

Redaktion
on 7. Juni 2017

Ab Frühjahr 2012 soll in Suhl die neue e-Schwalbe produziert werden.

Als Kind war es für mich das Größte, mich hinter meine Oma auf die Schwalbe zu setzen und mit ihr über den Hof zu düsen. Nicht zuletzt, weil das Sandmännchen genauso eine orange Schwalbe hatte wie Oma.

Ab Frühjahr 2012 gibt es eine Neuauflage des beliebtesten Mopeds der DDR. Rund 4.700 Euro soll das schicke Modell der efw-Suhl GmbH dann kosten. Ich durfte jetzt als Erste den Prototyp im Retro-Design in Berlin testen. Auf den ersten Blick sieht die neue Schwalbe aus wie das alte Modell. Schnittige Form, die typischen Blinker links und rechts am Lenker und der bekannte Orangeton. Doch der Grund, warum ich mit 16 Jahren meine weiße Schwalbe gegen eine blaue Simson S51 getauscht habe, fehlt: der tiefe Auspuff, mit dem ich in Kurven immer hängen blieb.

Luisa Schlitter testet die Elektroschwalbe
N.Kuzmanic/SUPERillu

Mit der elektroangetriebenen neuen Schwalbe im Stadtverkehr von Berlin. Reporterin Schlitter: „Statt des typischen Knatterns, surrt der Motor ganz leise“

Den braucht die neue Schwalbe nicht. Anstelle des Zweitakters wird sie von einem Elektromotor mit 4 kW Leistung angetrieben.

Beim Fahren ist mir das fehlende Motorengeräusch anfangs unangenehm. Doch nach einigen Runden stört mich die Ruhe nicht mehr. Eher nerven mich die Autos mit ihren lauten Motoren und stinkenden Abgasen.

Agnes Kraus im DDR-Fernsehfilm „Schwester Agnes“
Klaus Winkler

TV-Schwester Agnes Kraus ist die bekannteste Schwalbe-Fahrerin

Das Fahrgefühl der e-Schwalbe ist phantastisch. Mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit fahre ich über Berlins Straßen. Trotz Berufsverkehr macht das Fahren Spaß, denn schalten muss ich nicht. Einen Unterschied zwischen Asphalt und Pflaster merke ich durch die guten Stoßdämpfer fast gar nicht. Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Reichweite von 60 Kilometern. Ist er leer, kann ich ihn mit zwei Handgriffen aus der e-Schwalbe bauen und in fünf Stunden am Stromnetz laden.

Mein Fazit: efw-Suhl hat den Charakter des alten DDR-Lieblings mit einem innovativen E-Antrieb verbunden. Spaß pur!

Elektroschwalbe
N. Kuzmanic/SUPERillu

Zwei Modelle des Klassikers aus Suhl vor dem Flughafen Berlin-Tempelhof. Obwohl nur bis 1986 gebaut, ist die Schwalbe nach wie vor in den Innenstädten zu sehen

Fakten zur Rollerlegende aus Suhl

Entwickelt wurde die „Schwalbe“ von Simson, die von 1964 bis 1986 über eine Million Stück produzierten.

Der Klassiker lief mit einem Einzylinder-Zweitaktmotor (3,4 PS), wog 80 kg, wurde mit einem Kraftstoffgemisch betankt.

Populär wurde die Schwalbe durch die Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h: Ab 15 Jahren durfte man fahren. Die Preise der verschiedenen Typen lagen zwischen 1 265 und 1 755 Ostmark.

Die neue e-Schwalbe wiegt 125 kg und wird in zwei Versionen erhältlich sein: entweder mit der Höchstgeschwindigkeit 45 km/h (5,4 PS) oder mit 81 km/h (10,9 PS). Der Akku reicht für 60 km.

Daniel Schmid (l.) und Thomas Martin
Oliver Schmauch

Sie hatten die Idee: Daniel Schmid (l.) und Thomas Martin von efw-Suhl

Redaktion
on 7. Juni 2017

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