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Die Vierlinge von Janett Mehnert und Marcus Mehnert
W. Grubitzsch
Leipziger Vierlinge: Sophie
W. Grubitzsch
Großfamilie Mehnert
W. Grubitzsch
Leipziger Vierlings-Mädchen
W. Grubitzsch
Frohe Weihnachten
W. Grubitzsch
Vor dem Tannenbaum
W. Grubitzsch
Leipziger Vierlinge werden 2
Besuch beim Vierlingswunder

Wie schnell die Zeit vergeht: Im Januar werden die Leipziger Vierlings-Mädchen Laura, Sophie, Jasmin und Kim zwei Jahre alt. SUPERillu hat das Quartett besucht

Annette Hörnig
on 30. Mai 2017

Sie sind mopsfidel, flitzen und purzeln durchs Kinderzimmer: Laura, Sophie, Jasmin und Kim, die eineiigen Vierlinge, deren Geburt im Leipziger Uni-Klinikum am 6. Januar 2012 als medizinische Sensation weltweit Schlagzeilen machte. 12 Wochen vor dem Geburtstermin mussten sie per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden, jeweils nur eine Handvoll Mensch. 64 Tage lang wurden sie im Krankenhaus aufgepäppelt. Inzwischen bringt jedes der Mädchen mehr als zehn Kilo auf die Waage. Aber etwas zarter als Gleichaltrige sind sie immer noch.

Helfende Hände. Seit die Kleinen zu Hause sind bei Mama Janett, 33, Papa Marcus, 31, und Bruder Lucas, 7, hat sich das Leben der Familie von Grund auf verändert. „Ohne Hilfe unserer Familien hätten wir das nicht geschafft. Die Omas halten uns ganz toll den Rücken frei“, sagt Janett. Anfangs wurden die Eltern beim Wickeln und Füttern von zwei Hebammen unterstützt. Auch Sohn Lucas, der statt eines erhofften nun vier Geschwister-kinder hat, hilft auch oft mit. Papa Marcus, Schichtarbeiter bei BMW, und derzeit Alleinverdiener der Familie, sagt: „Das erste halbe Jahr war schwierig. Sie kriegten Zähne, schliefen nie durch.“ Inzwischen sei alles eingespielt. „Es sind Glückskinder, sie hatten bisher höchstens mal einen Schnupfen“, sagt Janett und lacht: „Wir finden es nun nicht mehr stressig. Sie schlafen ja durch und sind keine Schreikinder. Davor hatte ich ein bisschen Angst.“

Vier Charaktere. Wenn die Mädchen wach sind, kabbeln sie sich ganz gern, zeigen schon charakterliche Eigenheiten: „Jasmin ist eine Schmusekatze, Kim meckert öfter, Sophie ist ein Schelm und Laura sagt gern, wo es langgeht“, erzählt ihr Papa. Die Mehnerts leben immer noch in ihrem alten Mietshaus im Leipziger Südosten. Zu ihrer Vier-Raum-Wohnung konnten sie die Nachbarwohnung anmieten und einen Durchbruch schaffen. „Wir zahlen 1 000 Euro Miete warm für insgesamt rund 160 Quadratmeter. Ein Haus in der Größe wäre toll, aber viel zu teuer für uns.“ Die Großfamilie kostet Geld, ob Kinderwagen oder Puppe – alles muss in vierfacher Ausführung angeschafft werden. Um die Familie zu unterstützen, haben Marcus Mehnerts Arbeitskollegen bei BMW kürzlich auf Initiative des Betriebsrates hin als Belegschaft eine Patenschaft für die vier Mädchen übernommen, beschlossen auf der letzten Betriebsversammlung. Wenn etwas anzuschaffen ist für die Vierlinge, was die Familienkasse überfordert, kann Vater Marcus also auch auf seine Kollegen bauen. Bis die Mädchen eigene Wege gehen. Die Uniklinik ihrerseits sponsert die Windeln – bis die vier trocken sind. Willkommene Hilfe, für die die Eltern dankbar sind. Rechnen müssen sie trotzdem. Ab kommendem Jahr will Mama Janett wieder als Friseurin arbeiten, stundenweise erst mal.

Vorfreude. Jetzt freuen sich die Mehnerts auf das zweite Weihnachtsfest mit ihren Kindern, haben schon die Schlitten rausgeholt. Marcus Mehnert lacht ein bisschen verlegen: „Ich werde wieder zweimal gucken müssen: Im Schneeanzug kann ich sie einfach nicht auseinanderhalten.“

Annette Hörnig
on 30. Mai 2017

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