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Lars Dietrich
A. Schumann
Bürger Lars Dietrich mit Frau Türkiz
P. Schneider/SUPERillu
Star–Interview: Bürger Lars Dietrich
„Ich, der lebende Ossi-Witz“

Zum 25. Mauerfalljubiläum will Bürger Lars Dietrich (41) mit einer neuen CD und einer Show beweisen, dass Ostdeutsche über sich selbst lachen können. Und nimmt sich dabei gern auch selber auf die Schippe

Redaktion
on 31. Mai 2017

Rapper, Moderator, Autor, Stuntman, Comedian und Ballett-Tänzer - wenn man Bürger Lars Dietrich fragt, was er in den letzten Jahren so gemacht hat, muss er selbst erst einmal überlegen. Am liebsten bezeichnet er sich als „Entertainer“. Zum 25. Mauerfall-Jubiläum blickt der gebürtige Potsdamer auf seinem neuen Album „Dietrichs Demokratische Republik“ mit bekannten Ost-Hits ironisch auf die DDR-Zeit zurück. Die Songs präsentiert er auch bei seiner gleichnamigen Show - Sketche und Ossi-Witze inklusive.

Auf Ihrem Album finden sich Songs, die sie gemeinsam mit Angelika Mann und den Puhdys singen. Ein Wunsch von Ihnen?

Definitiv! Angelika Mann ist sogar extra aus dem Urlaub eingeflogen, um das „Champus-Lied“ neu mit mir aufzunehmen. Das war mir schon eine Ehre! Als sie im Studio gesungen hat, hatte ich Gänsehaut. Ihre Stimme hat sich nicht verändert, sie klingt noch immer wie damals. Eine tolle Frau!

Wie oft haben Sie schon über die DDR gesagt: Es war nicht alles schlecht?

Na ja, es war ja wirklich nicht alles schlecht. Aber die Sache an sich war schon schlecht! Gut war dann, was wir versucht haben, draus zu machen. Ich konnte durchs West-Fernsehen sehen, was die Kinder drüben alles zum Spielen hatten, das uns meist fehlte. Das war hart und frustrierend. Aber dadurch wurde man auch erfinderisch. Ich wollte ein BMX-Rad haben und habe dann einfach Motorradreifen an ein Fahrrad geschraubt (lacht).

Gibt es Tabuthemen bei DDR-Witzen?

Ich finde, inzwischen kann man über alles lachen. Wir haben ja nun alles hinter uns gebracht! Gerade politische Witze kann man doch jetzt reißen. Das war ja früher eher problematisch (lacht)!

Wie haben Sie selbst den Mauerfall erlebt?

Zum Mauerfall war ich im Tal der Ahnungslosen, nämlich in Dresden. Ich habe das nur bei der „Aktuellen Kamera“ gesehen und musste bis zum Wochenende warten, bis ich wieder nach Potsdam fahren konnte. Das ist wirklich dumm gelaufen.

Haben Sie als Teenager begreifen können, was der Mauerfall bedeutet?

Ich war jetzt nicht so emotional berührt, sondern eher ängstlich.

Warum denn das?

Ich habe eben viel West-Fernsehen gesehen und gerne „Aktenzeichen XY ungelöst“. Wir hatten solche Schlagzeilen nicht, uns wurde immer ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Und ich dachte, nur im Westen sind die ganzen Bösen (lacht)! Und auf einmal war die Mauer weg – verdammt! Da war mir schon mulmig zumute.

Wie erklären Sie Ihren drei Kindern die DDR?

Meine Kinder schauen sich gerne alte Fotos an und fragen dann immer, „Papa, warum sind die Bilder denn nicht bunt?“ Mein kleiner Sohn hat mal gefragt: „War in der DDR alles schwarz-weiß?“ Irgendwie hat er ja recht: Vieles war schwarz. Oder zumindest grau (lacht).

Sein aktueller Trabi-Song

ariola/Youtube

Mit Stefan Raab 1995: Ein Bett im Kornfeld

EtnieeSify/Youtube
Redaktion
on 31. Mai 2017

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