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Andrea Kiewel im Gespräch mit SUPERillu-Chef Jochen Wolff in Berlin
U. Toelle/SUPERillu
Andrea Kiewel
Meine Tränen. Meine Reue. Meine Pläne.

Vom Fernsehen gefeuert, die Ehe in Trümmern. Schlimmer hätte für Kiwi das neue Jahr nicht beginnen können. Fünf Wochen vergrub sie sich. Jetzt traf sie sich mit SUPERillu-Chef Jochen Wolff

Jochen Wolff
on 24. Mai 2017

Meine letzte Begegnung mit Andrea Kiewel war bei der Verleihung der Goldenen Henne am 19. September. Sie moderierte die Gala in einem bodenlangen Kleid aus schwarzem Taftstoff – eine strahlende Gastgeberin vor Millionen am Bildschirm. Mit ihrer unbekümmerten Art führte sie mühelos durch den Abend. Auch bei der Party danach war sie umschwärmter Mittelpunkt. Andrea Kiewel, mit 42 als gefeierte TV-Moderatorin auf dem Gipfel ihrer Karriere.

Absturz

Jetzt, vier Monate danach, habe ich Mühe, sie wiederzuerkennen. Ich bin mit ihr am späten Vormittag des 29. Januar in Berlin-Tegel verabredet. Sie kommt mit dem Flieger aus Frankfurt am Main. Die ersten Passagiere, die vom Gate in die Ankunftshalle eilen, sind Männer, Geschäftsleute. Plötzlich sie. Schüchtern, beinahe verlegen kommt sie auf mich zu. Ich muss zweimal hinschauen. Sie ist dünn geworden. Ihr imposantes Auftreten – weg! Ein Blick in ihr ungeschminktes Gesicht verrät: Diese Frau hat viel geweint in letzter Zeit. Sie trägt Schwarz – wie nach einem Trauerfall. Später wird sie mir erklären: „Ich fühle mich auch so!“

 

Zurückhaltung

Andrea Kiewel ist zu mir nach Berlin gekommen, weil sie die zahllosen Briefe der SUPERillu-Leser, beinahe tausend sind es, selbst lesen möchte – und weil sie mir in einem vertraulichen Gespräch mehr über die Ereignisse erzählen will, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellten. Sie legt Wert darauf, dass sie kein Interview geben wird, will nicht noch mehr Schlagzeilen produzieren.

Therapie

Die Briefe der Leser sind aber für sie wie eine Blitz-Therapie. Kiwi muss viel Bitteres lesen: über die Kapitalistenfalle, in die sie tappte, und über ihre verlorene Glaubwürdigkeit. Aber sie kann auch viel Positives lesen: über eine zweite Chance, über die Treue, die ihr viele halten. Sie redet nicht drumrum: Sie hat in einer Talkshow auf die Frage, ob sie einen Werbevertrag habe, falsch geantwortet! Einen Fehler gemacht, der nicht mehr zurückzuholen war. Aber da gibt es noch die Geschichten in Zusammenhang mit ihrer kaputten Ehe, die ihr wirklich wehtun. Auch deshalb, weil sie aus Rücksicht auf ihre Kinder Entscheidendes nicht klarstellen kann.

Kiwis Text

Nach zwei Stunden bringe ich sie wieder zum Flughafen. Und am nächsten Morgen finde ich in meiner E-Mail-Post den Beitrag von Andrea Kiewel, den Sie, liebe Leser, hier lesen können.

Jochen Wolff
on 24. Mai 2017

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